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Regionalliga: Andreas Rettig vs. Dr. Rainer Koch

13.10.2010



"SPORTBILD" interviewte FCA-Manager Andreas Rettig und BFV-Präsdient Dr. Rainer Koch zu dem brisanten Thema Regionalliga:

Die Wiederwahl von Präsident Theo Zwanziger auf dem DFB-Bundestag am 22. Oktober in Essen ist beschlossene Sache, Brisanz birgt der Streit um die Regionalliga. Zwei Anträge liegen vor: Der Westdeutsche Verband befürwortet ein 2+1-Modell (eine Staffel nur mit Reserveteams), Bayern will die Regionalliga als vierte Spielklasse durch acht Oberligen ersetzen. In der 3. Liga sollen maximal vier Reserveteams, in der vierten Liga je sechs 2. Mannschaften pro Staffel spielen dürfen.

Nach einem Treffen der 18 Bayernliga-Vereine in Wendelstein, das in der Erklärung „JA zur Regionalliga-Reform“ mündete, sagt Rainer Koch, DFB-Vizepräsident und Präsident des Bayern-Verbands: „Ich glaube, dass der Antrag meines Landesverbandes national die Zustimmung einer überragenden Mehrheit des Amateurfußballs finden wird.“ Andreas Rettig ist Manager des FC Augsburg, bei der DFL der Verantwortliche für die Bundesliga-Leistungszentren und anderer Überzeugung.

SPORT BILD holte beide für seine aktuelle Ausgabe vorab zum Streitgipfel an einen Tisch. Lesen Sie hier die ungekürzte Fassung des Gipfels.

SPORT BILD: Herr Koch, Ihr Bayern-Verband hat durch eine 10-Thesen-Erklärung, den „Wendelsteiner Anstoß“, noch einmal eine Reform der Regionalliga gefordert – zu Ungunsten der Reserveteams der Bundesliga, wie die DFL kritisiert. Ist ein Kompromiss auf dem DFB-Bundestag Ende Oktober möglich?

Rainer Koch: Unser Vorschlag ist zu Gunsten aller. Die Liga muss ihren Blickwinkel erweitern. Die oberste Ebene des Amateur-Spitzenfußballs besteht nicht nur aus der Regionalliga, auch die rund 150 Oberligisten müssen betrachtet werden. In den Konsequenzen liegen DFB und DFL noch auseinander. Aber es heißt ja „Wendelsteiner Anstoß“, nicht „Diktat“, ein Kompromiss ist möglich.

Andreas Rettig: Wir haben uns die Meinungsbildung nicht leicht gemacht, aber das Ergebnis ist klar: Der Ligaverband  hat sich mit 36:0 Stimmen für die Beibehaltung der dreigeteilten Regionalliga ausgesprochen. Und dafür haben wir zum Teil auch große Zustimmung aus dem Amateurbereich erhalten.

Koch: Die Amateure haben auch ein klares Zu-Null-Votum abgegeben, dass die Regionalliga so nicht bleiben kann.

Rettig: Wann ist denn abgestimmt worden?

Koch: Das werden wir nötigenfalls auf dem Bundestag noch mal deutlich machen.

Herr Rettig, warum sperrt sich die Liga?

Rettig: Auch im Sinne des DFB und der Nationalmannschaft investieren die Profiklubs 83 Millionen Euro jährlich in die Nachwuchsförderung – mit Erfolg, wie auch die WM in Südafrika gezeigt hat. Es ist wichtig, dass gerade beim Übergang vom Junioren- in den Senioren-Bereich, also in den zweiten Mannschaften, eine leistungsorientierte Förderung stattfindet.

...hier der Link zum kompletten Interview

 
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Leser-Kommentare

Der General schrieb:
Früher war die Bayernliga und Landesliga die dritt- bzw. vierthöchste Spielklasse in Deutschland. Das Niveau von der sportlichen Qualität der Spieler als auch der Spiele war enorm. Das Zuschauerinteresse war gro�, da der Amateurfu�ball einen richtig hohen Stellenwert hatte. Deshalb geht der Antrag aus Bayern vollkommen in die richtige Richtung. Ich würde sogar noch einen Schritt weiter gehen, und die Bayernliga wieder zur dritten Spielklasse umfunktionieren. Hohes fu�ballerisches Niveau im Amateurbereich ist wichtig und notwendig. Es ist bereits Fünf nach Zwölf! Bei allem Respekt, Herr Rettig ist bestimmt ein guter Kaufmann, aber von der Materie Fu�ball hat er ziemlich wenig Ahnung. Mein Appell an die Verantwortlichen aus Bayern: Kämpft für die Anliegen der Amateurfu�baller- und vereine, denn die sind der Unterbau für guten Fu�ball, von dem die Profivereine auch profitieren. Das ist nicht nur ein bayerisches Interesse, sondern liegt im Interesse vieler Amateurvereine in Deutschland. Viel Glück !

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