FSV Frankfurt II – FC Memmingen 4:1 (4:0)

Und wieder muss FCM-Torhüter Kirchenmaier den Ball aus dem Netz holen!
Frankfurt (ass). Nebenan auf dem Frankfurter Volksfest „Dippemess“ hatten die Besucher sichtlich ihren Spaß. Einen Steinwurf entfernt im Volksbank-Stadion fuhren dagegen die Gefühle von Esad Kahric Achterbahn. So eine Leistung wie in der ersten Halbzeit seiner Mannschaft bei der 1:4 (0:4) Niederlage des FC Memmingen im Regionalliga-Auswärtsspiel beim FSV Frankfurt II hatte der Trainer lange nicht mehr erlebt. So entlud sich in der Pause bei den hochsommerlichen Temperaturen Mitte April in der Kabine ein heftiges Gewitter. Kahric war die Laune gründlich verhagelt, er appellierte an die Ehre seiner Spieler. Auch wenn es schon das fünfte Spiel innerhalb von nur zwei Wochen war, mit dem Gezeigten in der ersten Hälfte konnte und wollte er sich nicht abfinden. Und siehe da: In der zweiten Hälfte lief es ordentlicher, wenngleich die Partie hier schon längst gelaufen und der hohe Rückstand nicht mehr wettzumachen war.
Um beim Kirmes-Vergleich zu bleiben. Die Memminger Abwehr (ohne den Gelb-gesperrten Stefan Pfohmann) glich erst einmal einer Schießbude, die es der noch abstiegsgefährdeten Zweitliga-Reserve des FSV sehr, sehr einfach machte. Schon beim ersten Angriff hätte es klingeln können, doch hier war FCM-Torhüter Tobias Kirchenmaier noch Sieger gegen Aziz Bouhaddouz. In der 19. Minute verlor Johannes Rehm einen Zweikampf gegen den Deutsch-Marokkaner, Bouhaddouz fiel im Strafraum und der Schiedsrichter darauf rein. Beim Elfmeter-Geschenk ahnte Kirchenmaier zwar gegen Benjamin Pintol noch die richtige Ecke, doch der Strafstoß saß. Gab es hier noch Diskussionsbedarf, waren die weiteren FSV-Treffer unstrittig. 27. Minute – das 2:0. Ralf Schneider konnte ungehindert von der Torauslinie flanken und erneut Pintol ebenso ungehindert einnicken. 33. Minute – das 3:0: Hueseyin Durur kommt frei zum Schuss. 41. Minute – gar das 4:0: Bouhaddouz erlief sich einen weiten Abschlag. Dazwischen lag allerdings auch eine gute Möglichkeit durch Candy Decker, der aus drei Metern FSV-Torhüter Pablo Alvarez halbhoch in die Arme schoss. „Wir haben tollen Fußball gespielt und hätten sogar vor dem Pausenpfiff noch höher führen können“ – diese Feststellung von Frankfurts Trainer Bernhard Trares blieb unwidersprochen.
Nach der Pause gelang Decker für die verwandelten Memminger im Anschluss an eine Zobel-Ecke mit dem Kopf der Ehrentreffer (54). Zu mehr sollte es nicht reichen, weil Ejnar Kahric, der nach Verkürzung seiner Rot-Sperre auf ein Spiel wieder dabei war, zwei gute Möglichkeiten (56./66.) ausließ. Auch weitere Versuche von Decker (60.) und Andreas Maier (83.) strichen vorbei, ein gefährlicher Hindelang-Freistoß (85.) fand das Ziel auch nicht. Im Gegenzug hätte auch Frankfurt das Ergebnis noch erhöhen können. Aber auch so war es eine derbe Abfuhr für den FC Memmingen, der Gefahr läuft, in einer eigentlich hervorragenden Regionaliga-Saison im Schlussspurt noch Kredit zu verspielen. Kahric kündigte jedenfalls an, dass im vorletzten Heimspiel gegen Wormatia Worms am kommenden Freitag (19.30 Uhr) eine andere Mannschaft auf dem Platz stehen wird. Zwar nicht personell, aber auf jeden Fall von der Einstellung her.

Die Spieler des FC Memmingen sind nach der Niederlande am Boden!
FSV Frankfurt II: Alvarez – Stein, C. Schneider, Theodosiadis, Tilger – Albayrak, Fliess, Durur (78. Ucar), R, Schneider, Pintol (85. Alemdar) – Bouhaddouz (63. Göbig)
FC Memmingen: Kirchenmaier - Zobel, Rehm, Bader, Holzapfel (85. Beck) - Mangler (37. Heger), Kahric, Maier, Knuth - Decker, Hindelang.
Tore: 1:0 (19.) Pintol (Foulelfmeter), 2:0 (27.) Pintol, 3:0 (33.) Durur, 4:0 (41.) Bouhaddouz, 4:1 (54.) Decker. - Schiedsrichter: Waschitzki (Essen). -
Gelbe Karten: - / -. - Zuschauer: 100 im Volksbank-Stadion Frankfurt.
Fotos von Olaf Schulze
