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Interview mit den Abteilungsleitern der TSG Augsburg

17.11.2009


SchwabenSoccer hat mit Abteilungsleiter Hannes Walk und Vize-Abteilungsleiter Thomas Hensel über die aktuelle sportliche Situation bei der TSG Augsburg in der Kreisklasse Augsburg 2 gesprochen.
 

SchwabenSoccer: Die TSG Augsburg ist nach dem Spitzenspiel in der letzten Woche gegen den Tabellenzweiten FSV Wehringen (2:2) Herbstmeister in der Kreisklasse Augsburg 2 mit 34 Punkten (1 Punkt vor Wehringen). Konnte man diesen Saisonverlauf erwarten?  (Anm. der Redaktion: Das Interview wurde vor dem 1. Rückrundenspiel gegen Öz Akdeniz am letzten Samstag geführt) 

Hannes Walk: Diesen Saisonverlauf haben wir eigentlich erwartet, aufgrund der sehr guten Rückrunde, in der vergangenen Saison. Wir stehen zu Recht auf Platz 1.  

SchwabenSoccer: Was sind denn die Gründe, dass die TSG Augsburg in dieser Saison wieder so weit oben steht? 

Hannes Walk: Die Mannschaft, die im Spielbetrieb ist, wurde lediglich durch 3 Neuzugänge,  welche bereits unter Trainer Werner Eyring in der TSG-Jugend hochklassig spielten, verstärkt. Dadurch blieb das Gerippe der 1. Mannschaft stabil. Zugleich wurde dadurch die 2. Mannschaft gestärkt. Somit entstand eine Einheit, wodurch  die 1. Mannschaft auch bei Spielerausfällen auf Grund Verletzung, Beruf, Urlaub, usw.stets spielstark auftreten lässt.  

SchwabenSoccer: Was sind denn die Stärken der Mannschaft? 

Thomas Hensel: Die Stärke der Mannschaft ist, dass es “11" Freunde sind. Diese unternehmen privat sehr viel wie auch im Verein. Der Teamgeist ist im Vordergrund. Jeder hilft dem anderen.  

SchwabenSoccer: Welchen Anteil hat den Trainer Werner Eyring am aktuellen sportlichen Erfolg?  

Hannes Walk:  Werner Eyring bildet den Mittelpunkt, der alles polarisieren kann und die Jungs weiter in dieser Einheit bestehen lässt. Er hat sehr viele Spieler dabei, die er u.a. in der Jugendzeit bei TSG von der C-Jugend bis A-Jugend betreut hat. Diese Spieler haben allesamt höher klassig in der Jugend-BOL gespielt. Und diese Spieler stehen ihm jetzt zur Verfügung. Das ist eine große Garantie dafür, dass wir ein technisch hochwertiges Spiel bieten.  

SchwabenSoccer: Ist es das Kollektiv, dass derzeit den Unterschied ausmacht, oder sind einzelne Spieler derzeit für den Erfolg verantwortlich? 

Thomas Hensel: Das Kollektiv ist natürlich sehr wichtig. Es sind auch einige Spieler dabei, die letztes Jahr nicht ganz so fit waren, und dieses Jahr einfach fit sind, wie z.B. Markus Kranzfelder oder Benni Köber. Letzterer ist ja derzeit bei der Bundeswehr, ist aber, wenn er da ist, topfit. Die Mannschaft ist insgesamt aber der Träger des Erfolges. 

SchwabenSoccer: Wie viel Zuschauer hat denn die TSG im Durchschnitt pro Heimspiel in dieser Saison? Merkt man da einen Unterschied zur letzten Saison? (Anm. der Redaktion: Die TSG spielt in der 2. Saison in der Kreisklasse) 


 

Hannes Walk: Gegenüber voriger Saison ist sehr wenig Unterschied in den Zuschauerzahlen zu merken, wobei die Höhe der Zuschauerzahlen auch wetterabhängig ist. Wir bestreiten zu dem unsere Heimspiele am Samstag, also fast zeitgleich mit der Fußball-Bundesliga. Wir haben einen Schnitt von 70-150 Zuschauern pro Spiel. Besteht für den Gegner wenig Gewinnchancen bringen sie kaum Fans mit aber es können aber wie in einem Spitzenspiel gegen den FSV Wehringen auch mal 200 Zuschauer sein. 

SchwabenSoccer: Am heutigen Samstag startet ja die Rückrunde. Die TSG erwartet zu Hause Öz Akdeniz und muss dann zweimal auswärts bei der SpVgg Langerringen und beim FSV Großaitingen antreten. Könnt ihr die Tabellenführung bis zur Winterpause verteidigen? (Anm. der Redaktion: Endergebnis TSG Augsburg – Öz Akdeniz 4:2) 

Thomas Hensel: Wir hoffen, dass wir die Tabellenführung verteidigen können, und werden diese auch verteidigen.
Hannes Walk: Auch in der aktuellen Situation, wo uns im Moment der ein oder andere Spieler fehlt, wie z.B. unser Torjäger Benni Köber (absolviert derzeit seinen Grundwehrdienst), haben wir immer noch in der “2.” Reihe sehr gute Spieler, die dieses kompensieren können. Wenn wir in den verbleibenden Spielen in der ersten Halbzeit „den Sack zumachen können“, dann bleiben wir vorne. 

SchwabenSoccer: Wie erwähnt naht die Winterpause. Planen sie denn die Mannschaft evtl. punktuell zu verstärken? 

Thomas Hensel: In Planung ist nichts. Aber wenn jemand zu uns kommen will, dann ist er herzlich willkommen. 

Hannes Walk: Wir von der sportlichen Leitung sind absolut nicht unterwegs, um von irgendwelchen Mannschaften unzufriedene Spieler abzuwerben. Das liegt nicht in unserem Sinne. Wie der Kollege bereits sagte, ist jeder herzlich bei uns willkommen, wenn er uns weiter bringen und die Mannschaft aufwerten kann. Wobei ich sagen muss, dass wir bisher in jedem Spiel auf 3-4 Erste Mannschaftsspieler aus krankheitsbedingten, beruflichen etc. Gründen verzichten müssen und in dem einen oder anderen Spiel frohgewesen wären wenn doch vor Saisonbeginn noch der eine oder andere Spieler bei uns gelandet wäre. Und wenn wir wirklich komplett wären, dann hätte Werner Eyring im Moment die Qual der Wahl.
Wenn man die letzten Saisonen sieht, waren wir stets in der zweiten Hälfte der Saison die Mannschaft, die am meisten konditionell etc. zulegen konnte und bis zum Saisonende das Niveau hoch hielt. In der letzten Saison wurden wir ja auch Rückrundenmeister, sind aber am Ende leider nicht aufgestiegen.  

SchwabenSoccer: Blicken wir doch voraus. Welche Vereine spielen denn neben der TSG Augsburg um den Aufstieg mit? 

Hannes Walk: Das wird der FSV Wehringen sein. Dann kommt noch der TSV Fischach dazu sowie Deuringen. Diese Vereine darf man in der Rückrunde nicht unterschätzen. Wir sollten aber nicht darauf schauen, welcher Gegner uns noch gefährlich werden kann. Wir haben gegen alle Gegner noch mal zu spielen. Und wenn man aufsteigen möchte, dann sollte man gegen jeden Gegner Punkte holen. 

SchwabenSoccer: Was hat denn eigentlich die Abteilungsleitung als Saisonziel ausgegeben?  

Hannes Walk: Das Saisonziel ist, oben mitzuspielen und eben aufzusteigen.


 

Thomas Hensel: Ja, derselben Meinung bin ich auch. 

SchwabenSoccer: Wäre denn für die TSG Augsburg ein Aufstieg in die Kreisliga Pflicht?  

Hannes Walk: Für den Hauptverein TSG 1885 Augsburg wäre es keine Pflicht aufzusteigen. Man muss sagen, dass der Verein aus 18 Abteilungen besteht. Natürlich würde der Hauptverein jeden sportlichen Erfolg, egal aus welcher Abteilung er kommt, honorieren. Der Hauptverein, die TSG Augsburg, der uns die Abteilungsleitung übertragen hat, gibt einfach vor, dass wir eine saubere Abteilung in uns selber und nicht zerstritten sind, wie es vielleicht vor einigen Jahren mal der Fall war. Wir sollen einfach daran arbeiten, dass wir die Abteilung bzw. auch insbesondere die Jugendabteilung dort hinbringen, wo sie vor Jahren mal waren.  

Thomas Hensel: Wir möchten mit der Ersten Mannschaft, also mit den Aktiven, dass alles glimpflich abläuft. Und das wieder wie früher einfach Fußball gespielt wird.  

SchwabenSoccer:  Kommen wir doch noch zu einem anderen Thema und blicken zurück. Die TSG Augsburg war ja zu früheren Zeiten die zweite Kraft im Augsburger Fußball, sowohl im Erwachsenbereich als auch im Jugendbereich. Welche sportlichen Ziele verfolgt denn die TSG für die kommenden Jahre? 

Hannes Walk: Bei der TSG Augsburg besteht schon fast einzigartig gegenüber anderen Vereinen die Möglichkeit, die Sportart Fußball voll auszuleben. Das bedeutet, dass wir in einer Situation sind, wo wir 4 Großfelder und ein Kleinfeld haben. Durch die eigene, große Sporthalle können wir zu dem jede Woche, sowohl im Jugend- als auch Erwachsenbereich, 2-3 x pro Woche ein  Training machen. Seit einigen Wochen besitzen wir einen “All-Wetterplatz” der nie einer Platzsperre unterliegt. Auf diese Grundlage bauen wir. Wir bauen nicht auf finanzielle Sponsoren, um aus dem Nichts etwas „herauszustampfen“. Sondern, dass was wir haben, müssen wir nutzen, um erfolgreich zu arbeiten. Und den Eltern müssen wir das schmackhaft machen bzw. diese überzeugen, dass sie ihre Kinder zur TSG Augsburg bringen. Und wir möchten, dass die Jugend, so wie es früher der Fall war, ganz stark unten „nachdrückt“ und einfach den Unterbau für die Herrenmannschaft bildet. Dafür müssen wir einfach weiter werben.  

Thomas Hensel: Ich finde, dass etwas „runterwirtschaften“ schnell geht. Aber etwas aufzubauen, braucht einfach Zeit. Daher sage ich, wir fangen von ganz unten an, und bauen es einfach auf. Dann sehen wir mal, wie es in ein paar Jahren aussieht.  

Hannes Walk: Ich möchte noch etwas anmerken, was in der heutigen Zeit in einer Fußballabteilung keine Selbstverständlichkeit ist. Als ich vor 3 Jahren zu dieser Abteilung kam, gingen Erwachsenen- und Jugendmannschaften aneinander vorbei, und man grüßte sich kaum. Mittlerweile ist man zu einer Einheit verflochten, und es  klopfen sich die aktiven Spieler der Ersten Mannschaft mit den Jugendspielern ab, wenn sie aneinander vorbeilaufen.
Und wir haben ein Novum geschaffen. Es ist sehr schwer,  ehrenamtlich tätige Trainer bzw. Übungsleiter zu bekommen. In Gesprächen mit der Ersten und Zweiten Mannschaft ist es uns gelungen, dass mittlerweile sechs aktive Spieler voll im Jugendbereich als Trainer arbeiten. Diese geben ihr Können und Wissen weiter. Wir haben darunter B-Lizenz Inhaber, die in der Jugend trainieren und auch schon einige Saisonen bei ganz namhaften Vereinen waren, wie z.B. dem FC Augsburg. Diese Trainer sind auf dem neuesten Stand, weil sie stets auf Schulungen etc. gehen. Wir haben sogar im F-Bereich einen Trainer welcher Student der Sozialpädagogik ist.  Die Trainer bringen insbesondere neue Erkenntnisse der Trainingsmethodik in die tägliche Trainingspraxis ein. Die Zeiten, als man „Huckepack“ den TSG-Berg hochlaufen musste, sind bei der TSG endgültig vorbei. Es wird also nach den neuesten pädagogischen Richtlinien unterrichtet.

SchwabenSoccer: Kommen wir doch noch zu einem Thema, mit dem sich viele Vereine in der derzeit schwierigen, wirtschaftlichen Situation auseinander setzen müssen. Wie steht es denn eigentlich mit dem Sportsponsoring bei der Ersten Mannschaft?   

Hannes Walk: Uns unterstützen einige Sponsoren, die aber keine Prämien zahlen. Sie sind gerne bereit uns unter die Arme zu greifen dass der Sport an sich selber stattfindet, und dass das Trainingsequipment, Auswärtsfahrten, Trainingslager, Trainingsanzüge etc. angeschafft werden können. Der Grundbedarf soll gedeckt werden. Es sollen keine Spielergehälter davon bezahlt werden.  

Thomas Hensel: Da ich ja auch für Sponsoring zuständig bin, kann ich sagen, dass Sponsoring Gesprächspartnern oft schwer zu erklären ist. Es kommt oft die Frage, „Was springt für mich heraus?“.
Ich finde, dass man bei Sponsoring wie bei einem Verein wie der TSG Augsburg oder bei anderen Vereinen in der gleichen Klasse, nicht nach der Frage gehen sollte, was „rausspringt“. Man sollte daran denken, dass hier Kindern das Fußball ABC beigebracht wird, diese ihre Freizeit hier verbringen können, und hier auch gut betreut werden. Dass so etwas hier wie auch in anderen Vereinen passiert, finde ich sehr wichtig. Es sollte nicht der Profitgedanke im Vordergrund stehen. Ich hoffe deshalb, dass in Zukunft mehrere Sponsoren zur TSG kommen.  

SchwabenSoccer: Vielen Dank Herr Walk und Herr Hensel für das Interview und wir wünschen ihnen und der TSG Augsburg eine erfolgreiche Saison in der Kreisklasse Augsburg 2.

 
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Leser-Kommentare

Familie Gürster schrieb:
Super toller Bericht. Wir finden es gut, da� es bei der TSG in der Fu�ballabteilung sportlich wieder aufwärts geht.
Eyring Werner schrieb:
Mit euch als Abteilungsleitung seh ich beruhigt in die Zukunft der TSG
herbert hafner schrieb:
Gut, macht weiter so, euer Hausmeister, Platzwartun d Abteilungsleiter Badminton der TSG Augsburg .

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