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Interview mit Verbands-Ehrenamtsreferent Hermann Güller

10.11.2011



„Wir haben das Image des Ehrenamts gesteigert“

Hermann Güller über die Entwicklung des Ehrenamts in den bayerischen Vereinen

Am kommenden Samstag, den 12. November findet in München die mittlerweile 16. BFVEhrenamtspreisverleihung statt. Vereinsmitarbeiter aus allen 24 bayerischen Fußballkreisen werden dann für ihr herausragendes ehrenamtliches Engagement geehrt. "Ohne die vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter in den Vereinen würde in Bayern kein Ball rollen", hat Franz Beckenbauer bei der Preisverleihung 2009 treffend den Stellenwert des Ehrenamtes für Vereine beschrieben. Einer, der sich in Bayern täglich mit dieser Thematik beschäftigt ist Verbands-Ehrenamtsreferent Hermann Güller. Im Interview zieht er ein Fazit der Entwicklung in den letzten zwölf Monaten und spricht über die Rolle des Bayerischen Fußball-Verbandes für das Ehrenamt.

Herr Güller, rund ein Jahr ist seit der letzten Ehrenamtspreisverleihung des Bayerischen Fußball-Verbandes vergangen. Wie hat sich denn das ehrenamtliche Engagement in den bayerischen Fußballvereinen in den letzten zwölf Monaten entwickelt?

Hermann Güller:
Ich meine, dass es sehr positiv weiter geht. Wir haben 2010 ja nur Frauen im Ehrenamt' gewürdigt, um die sehr wichtige Aufgabe der ehrenamtlich arbeitenden Frau im Verein einerseits herauszustellen und andererseits die Vereine gerade im Jahr der Frauen-Weltmeisterschaft auch auf das große Potential hinzuweisen, das bei den Frauen steckt. Mit 440 Vorschlägen zum letzten Ehrenamtspreis haben wir ein überragendes Ergebnis erreicht - obwohl die Idee, nur weibliche Bewerbungen zuzulassen, zuerst als nicht machbar bezeichnet wurde.

Hat diese Initiative Wirkung gezeigt?

Güller:
Ja! Wir spüren in allen 24 Kreisen, dass die Vereine nun viel mehr als vorher an die ,Frau im Ehrenamt' denken und das gewaltige Potential, das auf seine Entdeckung wartet, auch wirklich angreifen.

Wie ist denn allgemein Ihre Prognose für die Entwicklung des Ehrenamtes bei den bayerischen Vereinen?

Güller:
Wir kommen langsam, aber unverkennbar voran. Das Ehrenamt im Verein bekommt einen immer höheren Stellenwert und auch die Zahl der Vereine, die uns einen Vereinsehrenamtsbeauftragten benennen, nimmt zu. Gerade diese Anzahl könnte aber noch größer sein, ist diese Position doch einzig und allein dazu da, im Verein den Nachwuchs im Ehrenamt zu sichern und die Qualität der Mitarbeiter zu steigern. Denn  eines ist klar: Ein Verein kann nur dann sicher in die Zukunft schauen, wenn er über kompetente und qualifizierte Mitarbeiter verfügt, die mit viel Schwung, Begeisterung und neuen Ideen ihrer ehrenamtlichen Arbeit nachgehen. Die Vereinsehrenamtsbeauftragten sind eine elementare Stütze eines jeden Vereins!

Was macht der BFV konkret, um Menschen für eine ehrenamtliche Mitarbeit im Fußballverein zu begeistern?

Güller:
Ich glaube, unser wichtigster Punkt war und ist, dass wir das Image des Ehrenamts steigern und schon mächtig gesteigert haben. Es ist wieder mehr als früher eine Ehre, in ein Amt gewählt zu werden und gerade dies hebt die Begeisterung sich dafür zu interessieren und sich dafür einzusetzen, dass es in einem Verein vorwärts geht. Da gibt es wie gesagt große Fortschritte und wir werden nicht müde, uns hier weiter zu engagieren. Wir sollten uns neben dem klassischen mehrjährigen Ehrenamt auch mit einem projektbezogenen Ehrenamt beschäftigen, dass eine flexible Zeiteinteilung zulässt. Damit lassen sich aus meiner Sicht neue Mitarbeiter gewinnen, zum Beispiel bei unseren Jugendlichen, aktiven Fußballern, Senioren, Frauen oder Berufsausscheidern.

Kann ein Verband überhaupt selbst aktiv werden oder kann er nur seine Vereine für das Thema sensibilisieren?

Güller:
Diese Frage ist interessant. Wir können einen Teil des Gesamtkomplexes abdecken, nämlich das richtige Klima für das Ehrenamt im Verein schaffen. Darüber hinaus müssen wir Instrumente anbieten, die den Vereinen die Möglichkeit zum Handeln geben. Dies sind zum Beispiel umfangreiche Angebote für Schulungen in allen Bereichen - z.B. für Vorstände, Abteilungsleiter oder Betreuer. Hier sind wir in Bayern sehr aktiv. Es gibt, denke ich, keinen Bereich mehr, in dem wir den Vereinsmitarbeitern von Verbandsseite keine Unterstützung anbieten und nicht auch auf die Anregungen und Wünsche der Vereine eingehen.

Wie groß ist bei Ihnen persönlich die Vorfreude auf den 12. November?

Güller:
Es wird wieder - wie in jedem Jahr - ein großes Fest des Ehrenamts. Ich freue mich sehr darauf, die 24 Kreissieger mit ihren Angehörigen zu treffen und in die freudigen Gesichter zu sehen. Es hat bei der jeweiligen Auswahl unserer tüchtigen Kreisehrenamtsbeauftragten keine Favoriten gegeben und jeder Kreissieger wurde überrascht. Schade ist nur, dass wir nicht für jeden Kandidaten einen Preis vergeben können. Alle arbeiten in den verschiedensten Positionen ehrenamtlich für ihren Verein und den Fußball insgesamt. Jeder hätte es verdient.

Einen Vorbericht zur Ehrenamtspreisverleihung sowie die Namen und Vereine der 24 Kreissieger finden Sie unter
http://www.bfv.de/cms/seiten/39356_paul_breitner_als_stargast_67821.html

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