Interview mit Torsten Vrazic vom TSV Meitingen | ||||
| 02.11.2009 | ||||
| SchwabenSoccer hat mit Abteilungsleiter Torsten Vrazic über die aktuelle sportliche Situation beim TSV Meitingen in der Bezirksliga Nord gesprochen. SchwabenSoccer: Herr Vrazic, der TSV Meitingen ist derzeit mit 3 Punkten Vorsprung auf den Tabellenzweiten SpVgg Wiesenbach und 4 Punkten auf den Tabellendritten TSG Thannhausen Tabellenführer der Bezirksliga Nord. Entspricht dieser Tabellenstand ihren Erwartungen? Torsten Vrazic: Eigentlich nicht, weil wir das Ziel hatten die Klasse zu halten. Das war das oberste Ziel. Natürlich hat es mit einem Trainer Ivan Konjevic, der ziemlich viel geändert hat und neuen Elan bzw. neue Strukturen in die Mannschaft hineingebracht hat, Veränderungen ergeben. Aus den vielen Unentschieden in der letzten Saison, die uns fast „das Kreuz gebrochen haben“ hat er das Glück herbeigeführt, so dass wir auch mal zum Schluss auch mal in der 92. Minute ein Spiel gewinnen. SchwabenSoccer: Sie haben ja schon ein paar Gründe für den aktuellen Erfolg angegeben. Gibt es denn noch andere Gründe, warum der TSV Meitingen die Bezirksliga Nord anführt? Torsten Vrazic: Wir haben eine sehr gute Jugendarbeit. Bis auf einen Spieler sind alles original Meitinger, die von der Jugendmannschaft in die Seniorenmannschaft herangeführt worden sind. Und da hat auch jeder das Gefühl, ein Meitinger zu sein. Jeder kämpft für den Verein TSV Meitingen. Wir als Verein nehmen Abstand davon, teures Fremdpersonal einzukaufen. Bisher hat uns dieser Weg auch geholfen, wenn man sieht, dass wir derzeit 8 verletzte Stammspieler haben. Deshalb gewinnen wir auch derzeit die Spiele. SchwabenSoccer: Sie sind ja schon kurz auf die Mannschaft eingegangen. Könnte man denn irgendwelche Spieler derzeit besonders herausheben? Torsten Vrazic: Wen man herausheben kann, ist unser A-Jugendspieler Philipp Kerner. Er ist eigentlich noch A-Jugend berechtigt. Er hat letztes Jahr noch in der A2-Jugend gespielt hat, wo ihn keiner so richtig entdeckt hat. Ivan Konjevic hat ihn in der Vorbereitung als „Notlösung“ mitgenommen, wo er einen guten Eindruck hinterlassen hat. Philipp Kerner ist heute ein Stammspieler, auf den man sich eigentlich immer verlassen kann. Ansonsten muss man schon das Kollektiv in den Vordergrund stellen. SchwabenSoccer: Sie sind ja schon kurz auf Trainer Ivan Konjevic (u.a. Ex-Profi bei Rot-Weiß Essen, FC Augsburg) eingegangen. Welchen Anteil hat er denn am aktuellen sportlichen Erfolg? Torsten Vrazic: Einen ganz großen. Die Mannschaft muss zwar letztendlich auf dem Fußballplatz spielen, aber wenn man mal sieht was er daraus gemacht hat und welche Positionen er geändert hat, die dann zum Erfolg führen, ist das beachtlich. Er ist eine ganz wichtige Person für diesen Erfolg. SchwabenSoccer: Bleiben wir doch kurz bei Ivan Konjevic. In der letzten Zeit gab es Gerüchte, dass er den Verein verlassen könnte. Was war bzw. ist an diesen Gerüchten dran? Torsten Vrazic: Er wurde vom BC Aichach, hier in Person von Volker Weingartner, beworben, d.h. er wurde vom BC Aichach definitiv gebeten, seinen Vertrag beim TSV Meitingen aufzulösen. In diesem Moment ist mir schon „die Zunge hinten hineingefallen“. Ich gehe davonaus, dass hier vermutlich viel Geld im Spiel war, weil man sonst keinen Tabellenführer verlassen würde. Welche Gründe es waren, warum er darüber nachgedacht hat, sehe ich eher menschlich. Er hat aber einen Vertrag beim TSV Meitingen ohne Ausstiegsklausel. Und letztendlich wollt auch ein Volker Weingartner die Ablöseforderung von meiner Seite aus nicht zahlen. SchwabenSoccer: Planen sie denn mit Ivan Konjevic längerfristig als Trainer beim TSV Meitingen ? Torsten Vrazic: Grundsätzlich plane ich 1 Jahr mit einem Trainer. Und wenn die Saison zur Hälfte beendet ist, dann muss man in die Gespräche gehen. Ein Ivan Konjevic legt sich auch nicht fest. Er hat das noch nie gemacht und man kann mit ihm nur von Jahr zu Jahr planen. SchwabenSoccer: Es gibt also noch keine konkreten Verhandlungen mit ihm bzgl. der nächsten Saison? Torsten Vrazic: Nein. Es ist natürlich angedacht, das zu tun, was auch vom sportlichen Erfolg abhängt. Ich denke nicht, dass Ivan Konjevic, bei einem „überraschenden“ Austieg sein Werk verlässt. Von unserer Seite sind die Türen für Ivan Konjevic immer offen. SchwabenSoccer: Kommen wir doch noch zu einem anderen Thema. Als Abteilungsleiter haben sie auch bestimmt Interesse, dass sich der sportliche Erfolg in den Zuschauerzahlen niederschlägt. Ist das der Fall? Torsten Vrazic: Wir haben durchschnittlich 300-400 Zuschauer pro Spiel. Wenn man beim TSV Meitingen bei einem Heimspiel zu Besuch ist, dann hat man das Gefühl, dass das Spiel eine Veranstaltung ist. Wir hatten teilweise Wochenenden, wo wir bis zur Landesliga sogar mit dem TSV Gersthofen mithalten konnten. Seit dem Aufstieg in die Kreisliga in 2006 haben wir einen Durchschnitt von ca. 370 Zuschauern pro Spiel. SchwabenSoccer: Blicken wir doch voraus. Der TSV Meitingen hat noch 5 Spiele bis zur Winterpause. Wie viel Punkte sind denn nötig, um als Tabellenführer zu überwintern? Torsten Vrazic: Wir schauen von Spiel zu Spiel und nehmen mit was geht. Unser Ziel ist die 40 Punkte-Grenze. Dann reden wir evtl. darüber, dass wir unser Saisonziel ändern. SchwabenSoccer: Wie erwähnt naht die Winterpause. Sind denn irgendwelche Neuzugänge geplant? Torsten Vrazic: Es wäre jetzt verfrüht darüber zu reden. Wir werden uns aber sicherlich Gedanken machen, wenn wir bis zur Winterpause Tabellenführer bleiben. SchwabenSoccer: Wer wird denn aus ihrer Sicht neben dem TSV Meitingen bis zum Schluss um den Aufstieg mitspielen? Torsten Vrazic: Neben den genannten Mannschaften wird wahrscheinlich noch der TSV Rain II um den Aufstieg mitspielen. Im Falle von TSV Aindling sieht es wohl so aus, dass diese geschwächt sind, da auch die Erste „schwächelt“. Die Zweiten Mannschaften habe ich grundsätzlich noch auf der Rechnung, weil sie aufgrund der Verstärkungen aus der Ersten Mannschaft, Spiele für sich entscheiden können. Der Wettbewerb könnte durchaus noch „verzerrt“ werden. SchwabenSoccer: Gehen wir doch einen Schritt weiter und nehmen mal an, sie schaffen den Aufstieg in die Bezirksoberliga (BOL). Was würde das für den Verein bedeuten? Torsten Vrazic: Das wäre der Vereinsrekord, da es dieses noch nie in Meitingen gegeben hat. Wir würden uns wieder mit dem TSV Wertingen messen können, die ja Jahrzehnte über uns gestanden waren. Und für den Verein TSV Meitingen, mit einer Größenordnung von 1500-1800 Mitgliedern, im möglichen Bereich liegt. Und von Gersthofen bis Nördlingen wäre Meitingen auch ein Standort, der es auch mal verdient hätte, in der BOL mitzuspielen. SchwabenSoccer: Würden sie denn in der BOL mit mehr Zuschauern rechnen können? Torsten Vrazic: Evtl. würden vielleicht 50 Zuschauer mehr pro Spiel kommen. Wir sind aber mit dem aktuellen Zuschauerschnitt sehr zufrieden und liegen über dem Soll in der Bezirksliag und wären sogar auch „Landesligareif“. Ich gehe davon aus, dass es definitiv nicht weniger werden. SchwabenSoccer: Auch wenn die Frage wohl etwas verfrüht kommt. Stehen sie denn jetzt schon mit dem ein oder anderen Spieler bzgl. der nächsten Saison in Kontakt? Torsten Vrazic: Nein, das ist noch zu früh. Man merkt aber, dass wenn man sich als Abteilungsleiter in der Szene mit Spielern unterhält, was man ja immer macht, unterhält man sich länger als wenn man nur 9ter in der Bezirksliga wäre. Die Spieler, mit denen man sich evtl. unterhalten würde, sind auf jeden Fall offener, wenn man Tabellenführer in der Bezirksliga ist und evtl. an die BOL „hinriecht“. SchwabenSoccer: Denken sie, dass sich im Falle eines Aufstiegs in die BOL auch das Interesse seitens potentieller Sponsoren an einer Zusammenarbeit mit dem TSV Meitingen steigern könnte? Torsten Vrazic: Mit Sicherheit. Wir haben das schon gemerkt, als wir von der Kreisliga in die Bezirksliga aufgestiegen sind. Wir hatten ursprünglich 100 Meter Bandenwerbung, wobei wir jetzt 360 Meter Bandenwerbung haben. Ich gehe davon aus, dass wir im Falle eines Aufstiegs in die BOL, auch mehr Firmen aus dem Schwäbischen Raum Interesse haben, bei uns zu werben. SchwabenSoccer: Vielen Dank Herr Vrazic für das Interview und wir wünschen ihnen und dem TSV Meitingen eine erfolgreiche Saison in der Bezirksliga Nord.
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