Interview mit Siegfried Moosmann, Abteilungsleiter TSV Babenhausen | ||||
| 04.11.2009 | ||||
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SchwabenSoccer: Herr Moosmann, der TSV Babenhausen ist derzeit Tabellenführer der Bezirksliga Süd, mit 5 Punkten Vorsprung vor dem Tabellenzweiten, dem SV Mering. Sind sie überrascht vom bisherigen Saisonverlauf? Siegfried Moosmann: Ja und nein. Wir haben uns eigentlich vor der Saison sehr viel vorgenommen. Die Mannschaft hat sehr gut trainiert in der Vorbereitungsphase, was wichtig war. Wir sind komplett zusammengeblieben, so konnte man voller Zuversicht und Vertrauen in die neue Saison gehen. Das es natürlich so gut läuft, ist schon etwas überraschend. SchwabenSoccer: Was sind denn aus ihrer Sicht die Gründe, dass der TSV Babenhausen so weit oben steht? Siegfried Moosmann: Wir haben eine sehr homogene Mannschaft, die eigentlich über Jahre zusammen spielt. Dann muss ich natürlich Spielertrainer Robert Manz erwähnen, der ein Glücksgriff für den Verein ist, der durch seine Trainingsarbeit und seine Präsenz auf dem Platz ein echtes Vorbild ist in jeder Hinsicht. Und die Mannschaft beginnt so langsam das umsetzen, was der Trainer will. SchwabenSoccer: Sie haben Spielertrainer Robert Manz erwähnt. Kann man also sagen, dass er einen großen Anteil am aktuellen sportlichen Erfolg hat, oder? Siegfried Moosmann: Ja, sicher. Er ist sowohl als Sportler bzw. Spieler immer noch einer der herausragenden Persönlichkeiten im schwäbischen Fußball. Und auch seine Trainingsarbeit ist wirklich hervorragend. Er ist in jedem Training bestens vorbereitet. Er ist sehr offen und sehr ehrlich zu den Spielern. Und das ist der richtige Weg für uns. SchwabenSoccer: Wir haben viel über den Trainer gesprochen. Kommen wir doch zur Mannschaft. Welche Spieler könnte man denn derzeit herausheben? Siegfried Moosmann: Ich denke, dass wir derzeit von einer sehr, sehr geschlossenen Mannschaftsleistung leben. Wir haben einen sehr kleinen aber feinen Kader. Herauszuheben sind derzeit sicherlich in der Spitze unser Torjäger, der Stefan Schlögel sowie Manuel Hust. Des Weiteren zu nennen ist unser Spielgestalter Michael Popp im Mittelfeld, der nach über 2 Jahren wieder den Anschluss gefunden hat und eine starke Rolle spielt. Aber Einzelne herauszuheben wäre gegenüber den anderen nicht gerecht, denn es bringt wirklich jeder derzeit Topleistungen. SchwabenSoccer: Ist denn das Zuschauerinteresse aufgrund der Tabellensituation gestiegen? Siegfried Moosmann: Das ist eigentlich das einzig Enttäuschende und Negative an der momentanen Situation, da sich eigentlich in Babenhausen fast niemand dafür interessiert. Ausnahme sind die Derbys gegen TSV Heimertingen, SV Egg an der Günz oder den ASV Fellheim, wo die Zuschauerzahl schon mal nach oben schnellen kann. Aber ansonsten ist weiterhin grauer Alltag, obwohl die Mannschaft tollen Fußball spielt. Sie erzielt in den Heimspielen eigentlich Tore am Fließband, aber trotzdem geht die Zuschauerzahl nicht nach oben. SchwabenSoccer: Wo sehen sie denn selbst die Gründe, dass so „wenig“ Zuschauer zum TSV Babenhausen zu den Heimspielen kommen? Siegfried Moosmann: Das ist schwer bis fast unmöglich zu sagen. Wir haben ein tolles Stadion mit einer Tribüne, wo auch bei schlechtem Wetter die Leute geschützt sind. Wir haben eine Mannschaft, welche aus eigenen Spielern besteht, welche die Jugend durchlaufen haben. Wir spielen momentan wirklich einen attraktiven Fußball und sind auch Tabellenführer. Trotzdem kommen die Leute nicht. Ich sehe eigentlich keinen Grund, der dafür spricht, dass man nicht ins Stadion geht. SchwabenSoccer: Könnte ein Grund evtl. das gestiegene Angebot von Fußball im Fernsehen sein, das sich ja oft mit den Anstoßzeiten im Amateurbereich überschneidet? Siegfried Moosmann: Könnte, muss aber nicht sein. Wenn ich mich mit dem Heimatverein identifiziere, dann bin ich am Samstag oder Sonntag auf dem Platz. Da kann am Samstag oder Sonntag im Fernsehen laufen was will. Das ist meine Einstellung. SchwabenSoccer: Wie viel Zuschauer haben sie denn so im Durchschnitt? Siegfried Moosmann: Wir haben zwischen 150-175 Zuschauer pro Heimspiel in dieser Saison. Wie gesagt hatten wir vor ein paar Wochen gegen den TSV Heimertingen fast 500 Zuschauer, so dass der Zuschauerschnitt nach oben ausschlägt. Letzten Sonntag gegen den FC Sonthofen II hatten wir hingegen keine 50 zahlenden Zuschauer. SchwabenSoccer: Wie viel Zuschauer pro Heimspiel wären denn für sie als Abteilungsleiter ideal? Siegfried Moosmann: Wenn wir auf 250-300 Zuschauer pro Heimspiel, bei einem Ort wie Babenhausen mit 5000 Einwohnern und einem großen Einzugsgebiet, kommen würden, dann wäre das realistisch. Aber ich denke, dass ist eine utopische Geschichte. SchwabenSoccer: Blicken wir doch voraus. Was rechnen sie sich in den restlichen Begegnungen vor der Winterpause aus (beim TSV Friedberg, beim TSV Neusäß, zu Hause gegen den FC Kempten II, und bei der BSK Olympia Neugablonz)? Siegfried Moosmann: Wir haben natürlich ein happiges Programm. Wir müssen am Sonntag zum TSV Friedberg, der derzeit ein bisschen arg gebeutelt ist und unter seinen Möglichkeiten spielt und sich gegen uns von seiner besten Seite zeigen will. Dann müssen wir nach Neusäß, die eigentlich lange souverän die Bezirksliga Süd anführten. Dann müssen wir einmal schauen, wo wir nach diesen beiden Spielen stehen, sprich, ob der Vorsprung angestiegen oder geschmolzen ist. Dann kann man realistisch einschätzen, wohin der Weg geht. Das Ziel ist natürlich immer wieder zu punkten und unter den Ersten immer mitzuspielen. SchwabenSoccer: Wie erwähnt naht die Winterpause. Sind denn irgendwelche Neuzugänge geplant? Siegfried Moosmann: Nein. Das ergibt sich bei uns von selbst. Wir zahlen kein Geld. Deshalb sind Transfers in der Winterpause schon fast gar nicht möglich. SchwabenSoccer: Wer wird denn aus ihrer Sicht neben dem TSV Babenhausen bis zum Schluss um den Aufstieg mitspielen? Siegfried Moosmann: Ich denke, dass der TSV Neusäß und der SV Mering dabei sein werden. Wie lange sich der SV Egg an der Günz oben halten kann, muss man abwarten. Voriges Jahr waren sie lange dabei und sind dann abgestürzt. Und evtl. wird noch der ASV Fellheim ein gewichtiges Wort mitreden wollen. Das sind die Mannschaften, die wohl um die Meisterschaft mitspielen werden. SchwabenSoccer: Ist denn aus Sicht der Abteilungsleitung der Aufstieg in die BOL Pflicht oder wäre das wirklich eine „kleine“ Überraschung? Siegfried Moosmann: Nein, der Aufstieg ist keine Pflicht. Ziel war es, mit dem Robert Manz unsere Fußballspielweise zu verbessern und einen attraktiven Fußball zu bieten. Das ist uns ziemlich gelungen. Die Folge davon ist wirklich eine tolle Leistung der Mannschaft, mit dem Ersten Tabellenplatz. Wenn die Mannschaft nicht „ausbrennt“, dann will man natürlich nach oben. Aber seitens der Abteilungsleitung bzw. Vorstandschaft gibt es kein „Muß“ oder keinen Druck aufzusteigen. SchwabenSoccer: In der Regel sind ja die Amateurvereine derzeit auch von den Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise hinsichtlich des Sportsponsoring betroffen. Haben sie denn die „Krise“ mit dem TSV Babenhausen insbesondere in dieser Saison gespürt bzw. ist das Sportsponsoring zurückgegangen? Wie wird sich das in der Zukunft entwickeln? Siegfried Moosmann: Nein, das Sportsponsoring ist bei uns nicht zurückgegangen. Wir leben ja seit Jahren eigentlich von mehreren Sponsoren, die uns mit gewissen Geldbeträgen unterstützen. Wir haben das Glück gehabt, dass im Sommer die Firma Ehrmann bei uns als Sponsor mit einem großen Geldbetrag eingestiegen ist. Deshalb wird sich unsere Vereinsphilosophie aber nicht ändern. Es wird weiterhin mit eigenen, jungen Vereinsspielern der Weg gesucht. Wir müssen aber jede Saison 4-5 Veranstaltungen aufzuziehen, um einigermaßen finanziell über die Runden zu kommen. Nun können wir uns aber mehr auf das Sportliche konzentrieren, da wir mit der Firma Ehrmann leichter wirtschaften und arbeiten können. SchwabenSoccer: Also ist das Engagement mit der Firma Ehrmann auf einen längeren Zeitraum ausgerichtet? Siegfried Moosmann: Erstmals auf drei Jahre mit Option auf Verlängerung. Wir hoffen natürlich, dass die Zusammenarbeit mit der Firma Ehrmann länger dauert. Das würde uns natürlich sehr helfen. SchwabenSoccer: Vielen Dank Herr Moosmann für das Interview und wir wünschen ihnen und dem TSV Babenhausen eine erfolgreiche Saison in der Bezirksliga Süd. |
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