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Interview mit Peter Finger, Abteilungsleiter beim SV Thierhaupten

27.11.2009

 

SchwabenSoccer hat mit Abteilungsleiter Peter Finger über die aktuelle sportliche Situation beim SV Thierhaupten in der Kreisliga Augsburg Ost gesprochen.

Abteilungsleiter Peter Finger (Bildrecht: SV Thierhaupten)

SchwabenSoccer: Herr Finger, der SV Thierhaupten  hat am letzten Wochenende mit der Niederlage beim TSV Dasing (1:3) die Tabellenführung an den VfL Ecknach abgegeben. „Wurmt“ sie diese Niederlage?

Peter Finger: Die Niederlage „wurmt“ mich ganz gewaltig, weil wir eine Chance hatten uns da oben festzusetzen bzw. abzusetzen. Und diese Chance haben wir leider mit einem schlechten Spiel „vergeigt“.

SchwabenSoccer: Wenn man sich denn bisherigen Saisonverlauf ansieht, scheint der SV Thierhaupten eine gewichtige Rolle um den Aufstieg mitzuspielen. Sie sind im Moment Tabellenzweiter der Kreisliga Augsburg Ost mit 42 Punkten, zwei Punkte hinter dem Tabellenführer VfL Ecknach mit 44 Punkten. War damit vor Saisonbeginn zu rechnen?

Peter Finger: Ja, im Grunde genommen schon. Wir haben uns gezielt verstärkt, mit dem Ziel, vorne mitzuspielen. Das kommt nicht überraschend. Wir sind sicherlich froh, dass sich die Investitionen, die wir getätigt haben, bisher so gut ausgezahlt haben. Aber wir haben schon von Anfang die Zielvorgabe ausgegeben, um zwischen Platz 1 und 5 mitzuspielen.

SchwabenSoccer: Sie haben ja mit Spielertrainer Oliver Remmert (u.a. früher Spieler beim FC Augsburg) einen sehr erfahrenen und renommierten Trainer aus dem Amateurbereich. Was für eine Philosophie hat er denn der Mannschaft „eingeimpft“?

Peter Finger: Oliver Remmert ist ein Trainer, der der Mannschaft insgesamt sehr gut tut, nicht nur aufgrund seiner Erfahrung, sondern weil er mit 100%-igem Einsatz dabei. Er geht immer als Vorbild vorne weg. Die Mannschaft hat durch Oliver Remmert ein klares Gesicht bekommen. Er hat um sich herum mit dem Manfred Müller, den wir vom TSV Rain zu uns lotsen konnten, eine sehr homogene Mannschaft gebildet. Das ist eigentlich das Erfolgsrezept.

SchwabenSoccer: Sie haben ja mit 50 erzielten Toren (nur der VfL Ecknach hat auch 50 Tore geschossen) und 16 bekommenen Toren derzeit den besten Sturm und die beste Abwehr in der Liga. „Viele Tore schießen und wenige bekommen“, ist dass die Formel für den Aufstieg?

Peter Finger: Sicherlich ist das mit eine Formel für den Aufstieg. Bei dieser großen Liga mit 18 Mannschaften werden, wie auch die Tabellensituation zeigt, die Mannschaften mit vorne sein, die die meisten Tore schießen. Um Spiele zu gewinnen, ist es auch wichtig, so wenig Tore wie möglich zu kriegen. Das ist im Grunde genommen das Einfache, so ist Fußball.  

SchwabenSoccer: Oliver Remmert scheint ein wichtiger Baustein für den derzeitigen Erfolg zu sein. Planen sie mit ihm längerfristig bzw. über welche Dauer ist denn der Vertrag mit Oliver Remmert beim SV Thierhaupten angelegt?

Peter Finger: Wir haben mit Oliver Remmert einen 2-Jahresvertrag, der also nach Saisonende noch 1 Jahr läuft. Er spricht derzeit ja nichts dagegen auch darüber hinaus mit dem Oliver zu planen. Der Erfolg ist da und das Fußballgeschäft ist sehr einfach, nicht nur in der Fußballbundesliga, sondern auch in den unteren Klassen. Wenn der Erfolg da ist, ist alles gut. Wenn der Misserfolg da ist, dann hinterfrägt man seine Entscheidungen.

Der Oliver ist menschlich gesehen ein unglaublich toller Trainer, der Fußballsachverstand hat. Er hat die Mannschaft in Griff und wie gesagt zu einer homogenen Einheit geformt. Die Mannschaft hat Spaß, unter ihm zu arbeiten. Der Oliver selbst ist auch ein Spieler der sagt, dass er alleine kein Spiel gewinnen kann. Das ist immer die Mannschaft. Das zeichnet ihn eben aus. Und deshalb macht es unglaublichen Spaß, mit ihm zusammen zu arbeiten.

SchwabenSoccer: Kommen wir doch auf die Mannschaft zu sprechen. Würden sie aus ihrer Sicht einen oder bestimmte Spieler derzeit aufgrund ihrer Leistung hervorheben?

Peter Finger: Möchte ich in diesem Sinne eigentlich gar nicht machen. Wie auch der Trainer gesagt hat, man kann alleine kein Spiel gewinnen kann. Es gibt sicherlich wichtige Bausteine, die wir haben. Es zählt einfach das Kollektiv. Wenn die Mannschaft zusammen ihre Leistung abruft, dann kann sie jeden schlagen und steht dann dort zu Recht, wo sie jetzt steht. Wenn das Kollektiv nicht funktioniert, dann verliert man auch so ein Spiel wie in Dasing.

SchwabenSoccer: Als Abteilungsleiter hoffen sie ja auch auf reges Interesse der Zuschauer. Schlägt sich eigentlich der sportliche Erfolg in den durchschnittlichen Zuschauerzahlen pro Heimspiel nieder? Merken sie da Unterschiede gegenüber letzter Saison?

Peter Finger: Nein, eigentlich nicht. Das Fußballinteresse in Thierhaupten ist generell sehr groß. Wir haben schon seit Jahren Zuschauerzahlen, die sich zwischen 200-300 Zuschauer pro Heimspiel bewegen. Da hat sich eigentlich wenig geändert. Manchmal merkt man die frühen Anstoßzeiten in den Profiligen. Gerade wenn der FC Augsburg seine Heimspiele hat, merkt man schon, dass man 20-40 Zuschauer pro Heimspiel weniger hat. Aber an sich hat sich bei uns wenig geändert.

SchwabenSoccer: Welche Mannschaften spielen denn neben dem VfL Ecknach und dem SV Thierhaupten aus ihrer Sicht um den Aufstieg mit?

Peter Finger: Ich bin also überzeugt, dass die Mannschaften, die derzeit auf Platz 1 bis 5 stehen, die Meisterschaft zum Schluss unter sich ausmachen. Das sind neben den genannten Mannschaften der SC Biberbach, der BSV Neuburg und der VfR Neuburg/Donau. Möglicherweise kann der SV Pöttmes mit einer starken Rückrunde eingreifen. Aber ich glaube wenn die Rückrunde so verläuft wie die Vorrunde, dann machen es die ersten fünf Mannschaften unter einander aus.

SchwabenSoccer: Jetzt stehen noch zwei Spiele vor der Winterpause gegen mittelfeldplatzierte Mannschaften an, zum einen mal auswärts beim FC Ehekirchen und dann zu Hause am 06.12.09 gegen den FC Stätzling. Um vorne dran zu bleiben sind doch 6 Punkte Pflicht, oder?

Peter Finger: Ja, absolut. Ich komme gerade vom Training und die Ansage ist, dass wir ganz klar 6 Punkte aus diesen zwei Spielen wollen, um über die Winterpause vorne zu bleiben. Am liebsten auf Platz 1 natürlich.  

SchwabenSoccer: In der Regel werden viele Vereine in der Winterpause auf dem Transfermarkt aktiv. Ist das beim SV Thierhaupten auch der Fall?

Peter Finger: Nein, das steht überhaupt nicht zur Debatte. Wir sehen auch derzeit keinen Handlungsbedarf. Wenn einer kommt und sagt, er möchte beim SV Thierhaupten spielen, sagen wir herzlich willkommen. Aber wir selber werden nicht aktiv werden.

SchwabenSoccer:  Nehmen wir mal an, sie steigen im Sommer in die Bezirksliga auf.  Müsste man da gezielt Spieler verpflichten, um auch wieder eine „attraktive“ Rolle zu spielen?

Peter Finger: Um eine „attraktive“ Rolle zu spielen, sage ich ja. Ich bin aber schon der Meinung, dass man mit dem aktuellen Kader, den man in der Breite dann auf 1-2 Positionen verstärken muss, in der Bezirksliga mitspielen kann. Aber um eine gute Rolle zu spielen, da müssen wir schon aktiv werden.

SchwabenSoccer:  Kommen wir doch abschließen noch zu einem anderem Thema, über das wir auch mit anderen Vereinsvertretern gesprochen haben. Schlagen sich denn die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise beim SV Thierhaupten im Sponsoring nieder?

Peter Finger: Ja, kann man schon so sagen. Wir sind zwar immer noch „gesegnet“ mit Sponsoren, die die Geldbörse für den Verein aufmachen. Aber es wird immer schwieriger. Man muss schon hartnäckig sein, da die Sponsoren nicht mehr so freizügig sind.

SchwabenSoccer: Vielen Dank Herr Finger für das Interview und wir wünschen ihnen und dem SV Thierhaupten eine erfolgreiche Saison in der Kreisliga Augsburg Ost.

 
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