Interview mit Manfred Mrohs, Trainer beim TSV Firnhaberau | ||||
| 21.10.2009 | ||||
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SchwabenSoccer: Manne, ihr seid ja derzeit Tabellenführer in der Kreisklasse Augsburg 1. Hättest du dir vor der Saison gedacht, dass die Mannschaft das Potential hat, schon jetzt dort zu stehen? Manfred Mrohs: Ja sicher, dass muss ich ganz ehrlich sagen. Das war auch unser Ziel, ganze oben mitzuspielen, und ich bin fest davon überzeugt, dass wir da oben hingehören. Da gibt es keine Frage. SchwabenSoccer: Wo siehst du denn die wesentlichen Gründe für die derzeitige, positive sportliche Entwicklung? Manfred Mrohs: Wir haben ja letztes Jahr schon eine sehr gute Mannschaft gehabt, die am Ende Tabellendritter war. Wir haben jetzt natürlich zwei gute Stürmer dazu bekommen. Das ist sicherlich ein wesentlicher Punkt, der uns jetzt weiterhilft und letztes Jahr gefehlt hat. Jetzt haben wir mit Manfred Gärtner und Thomas Deeg zwei Stürmer, die einfach ihre Chancen verwerten. SchwabenSoccer: Man kann also sagen, dass die Verstärkungen im Sturm der wesentliche Grund ist, dass ihr ganz vorne in der Tabelle steht? Manfred Mrohs: Ja, das ist sicherlich ein Grund. Die Mannschaft ist auch reifer geworden. Wir haben eine ganz, ganz junge Mannschaft. Die meisten Spieler sind entweder 18 oder 22/23 Jahre, wobei ich nur zwei Spieler habe, die mit 28 Jahren etwas älter sind. Wir haben eine Bombentruppe, die auch mit Abstand die fitteste Mannschaft in der Liga ist. Aber dafür bin ich bekannt, dass ich ein „kleiner“ Schleifer bin. Deshalb gewinnen wir die Spiele auch in der zweiten Halbzeit. SchwabenSoccer:Welche Spieler bzw. Mannschaftsteile würdest du denn herausheben? Wo liegt deiner Ansicht nach noch Verbesserungspotential in der Mannschaft? Manfred Mrohs: Verbesserungspotential gibt es normalerweise überall. Wir haben durch die Bank eine geschlossene Mannschaft, die hinten sehr stabil ist und einen sehr guten Torwart mit Manuel Häusler. Wir haben erst 11 Gegentore in 7 Spielen bekommen, was für die Abwehr spricht. Zu dem haben wir 28 Tore geschossen, also plus 17 Tore auf dem Konto. Ich glaube schon, dass das eine Bilanz ist, die man herzeigen kann. Im offensiven Mittelfeld könnten wir ein bisschen treffsicherer sein, da geht mir etwas das Potential ab. Mir haben aber in den letzten Spielen wichtige Spieler gefehlt, wie z.B. Christian Luichtl der längerfristig schwer krank war und der letzte Woche wieder 20 Minuten gespielt hat. Das ist ein Spieler, der sehr viele Tore schießen kann und den wir natürlich brauchen. SchwabenSoccer: Manne, spielst du denn eigentlich noch selber? Manfred Mrohs: Ich habe zu Beginn der Saison das ein oder andere Spiel gemacht, da mir viele Spieler gefehlt haben, teilweise auch aus Urlaubsgründen. Ich habe mich schon schwer getan, da ich nicht mehr der Schnellste bin. Trotzdem ist meine Bilanz aus 4 Spielen mit 1 Tor und 3 Vorlagen wohl nicht so schlecht. Ich habe aber jetzt meine Spieler zusammen, so dass ich nicht mehr spielen muss. SchwabenSoccer: In den nächsten beiden Spielen habt ihr ja vermeintlich leichte Aufgaben zu bewältigen, auswärts bei Türkspor Augsburg II (Platz 8.) und dann zu Hause gegen den TSV Friedberg II (Platz 11.). Was rechnest du dir aus? Manfred Mrohs: Normalerweise müssten wir 6 Punkte holen. Davon gehe ich aus. Auch wenn mir Thomas Deeg ausfällt (bisher 7 Tore), der letztes Wochenende eine rote Karte bekommen hat. Aber es müsste trotzdem zu packen sein. Türkspor II ist aber eine gute Mannschaft, so dass man aufpassen muss. In dieser Liga ist wirklich keiner zu unterschätzen. Ich geben nur als Beispiel unser Spiel gegen BCA Oberhausen II, wo wir mit Müh und Not 3:2 gegen eine verstärkte Mannschaft gewonnen haben. Man kann nie sagen, wer in den Zweiten Mannschaften spielt. Deshalb muss man immer aufpassen. SchwabenSoccer: Denkst du, dass die Mannschaft das Potential hat und die Konstanz an den Tag legen kann, um am Ende aufzusteigen? Manfred Mrohs: Ja, ein absolutes ja. SchwabenSoccer: Nehmen wir mal an, ihr steigt am Saisonende in die Kreisliga auf. Welche Rolle könntet ihr in der Kreisliga spielen? Manfred Mrohs: Ich bin mir absolut sicher, dass die Mannschaft das Potential hat, auch wieder in der Kreisliga vorne mitzuspielen. Voraussetzung ist, dass die Mannschaft in ihrer derzeitigen Besetzung zusammen bleibt. SchwabenSoccer: Manne, wir haben viel über die Mannschaft gesprochen. Wie sieht denn deine persönliche Zukunft beim TSV Firnhaberau aus? Möchtest du dort über das Saisonende hinaus bleiben? Manfred Mrohs: Wir haben bis jetzt nicht darüber gesprochen. Ich gehe mal davon aus, dass der Abteilungsleiter mit mir weitermachen will, was er auch angedeutet hat. Eine einjährige Zusammenarbeit ist ja nie ein Problem, wobei ich so langsam an meine Fußballrente denke. Ich bin jetzt seit ca. 18-19 Jahren im Trainergeschäft tätig und bin bald 50 Jahre alt. Ich tippe mal, dass der TSV Firnhaberau meine letzte Station sein könnte. Man sollte aber nie „nie“ sagen. Ich mache das so lange wie es gut geht. SchwabenSoccer: Also so lange wie es Spaß macht? Manfred Mrohs: Spaß machen tut es mir ja immer. Man wird älter und macht den Job schon ewig lange. Mir macht es im Moment viel Spaß in der Firnhaberau. Wenn es in der Firnhaberau irgendwann zu Ende ist, werde ich vermutlich eine Pause einlegen. SchwabenSoccer: Du warst ja im letzten Jahrzehnt im Wesentlichen als Trainer bzw. Spielertrainer im unter klassigen Amateurbereich tätig. Unabhängig davon, ob du eine Pause einlegst oder nicht, würde es dich denn auch mal wieder reizen im höher klassigen Amateurbereich, z.B. in der BOL/Landesliga als Trainer zu arbeiten? Manfred Mrohs: Gereizt hat mich so etwas schon immer. Ich habe ja schon mal Landeliga und Bezirksliga trainiert. Aber mein Beruf ist nicht so gut geeignet, um sich in den höheren Amateurligen zu bewegen. Ich habe eine Chefposition im Straßenbau und habe ziemlich lange Arbeitszeiten, so dass es ganz schwer ist, in den oberen Ligen als Trainer zu arbeiten. Teilweise hätte man auch unter der Woche Spiele, so dass ich von der Baustelle wegmüsste, was aber unmöglich ist. Der Reiz wäre sicherlich da, ich hätte aber gar nicht die Zeit dazu. SchwabenSoccer: Hat es denn in der letzten Zeit mal ein Angebot gegeben, höher klassig als Trainer tätig zu werden? Manfred Mrohs: Ich habe meistens Anfragen aus der Kreisliga gehabt. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass gar nicht so viele Anfragen kommen. Ich hätte damals, als ich zur Firnhaberau gewechselt bin, noch einen anderen Verein als Interessenten gehabt. SchwabenSoccer: Manne, die SchwabenSoccer Fans würde natürlich etwas Besonderes zu deiner Person aus der Vergangenheit interessieren. Dein Name ist aus früheren Zeiten insbesondere durch deine aktive Zeit bei der TSG Augsburg (damals in der Landesliga noch vierthöchste Spielklasse in Deutschland) als Torjäger in aller Munde gewesen. Auch wenn du beim TSV Firnhaberau tätig bist, würdest du dir wünschen, dass es bei der TSG Augsburg ein Wiedererwachen (im Hinblick auf alte Zeiten) geben würde? Manfred Mrohs: Na gut, ich habe meine Wurzeln bei der TSG Augsburg. Ich habe dort 1967 angefangen und den Verein 1987 verlassen. Ich habe dort schon eine lange und super Zeit verbracht. Die Zeiten haben sich aber geändert. Ich kenne zwar den Trainer und alle Spieler, aber mein Herz liegt jetzt in der Firnhaberau, wo ich eine neue Aufgabe habe. Sicherlich würde es mich freuen, wenn es für die TSG oben hinauf gehen würde, aber es ist natürlich auch eine Konkurrenzsituation. Ich bin Angestellter in der Firnhaberau und die TSG spielt auch in einer anderen Gruppe vorne mit. Wenn es blöd hinausgeht, dann spielen wir evtl. gegen die TSG um den Aufstieg in die Kreisliga, falls wir nicht Meister werden. SchwabenSoccer: So könnte man sagen, dass einen die Vergangenheit wieder in der Zukunft einholt? Manfred Mrohs: Natürlich würde ich es der TSG gönnen, weil ich viele Leute dort kenne. Ich bin aber Trainer beim TSV Firnhaberau und habe Ziele, die ich als Trainer immer gehabt habe. Ich will immer das Beste erreichen und das ist für mich der Aufstieg. Ich bin als Trainer 6-7 mal aufgestiegen und es gibt nichts Schöneres. Der Aufstieg muss das Primärziel sein, was man schaffen kann. Ich bin mir sicher, dass wir dieses Ziel schaffen werden. Ich lehne mich da zwar weit aus dem Fenster, aber dafür bin ich auch bekannt und zu dem stehe ich auch. Wir wollen den Aufstieg und werden diesen packen. SchwabenSoccer: Vielen Dank Manne für das Interview und wir wünschen dir und deinem Team eine erfolgreiche Saison in der Kreisklasse Augsburg 1.
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