Interview mit Karl Ernle, Chefcoach SV Egg a.d. Günz | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| 06.10.2010 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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SchwabenSoccer hat mit Chefcoach Karl Ernle über seine Person und über die aktuelle sportliche Situation bei SV Egg a.d. Günz in der Bezirksliga-Süd Schwaben gesprochen. Die 1. Mannschaft des SV Egg a.d. Günz in der Saison 2010/2011 Anm. der Redaktion: hinten, 2. von rechts - Trainer Karl Ernle (Bildrecht: SV Egg a.d. Günz) SchwabenSoccer: Herr Ernle, zu Beginn würden wir sie gerne kennen lernen. Seit wann sind sie denn als Amateurtrainer tätig und bei welchen Vereinen waren sie bis dato aktiv, bevor sie bei der SV Egg a.d. Günz anfingen? Karl Ernle: Als Amateurtrainer bin ich schon über 20 Jahre tätig. Meine Trainertätigkeit habe ich mit 31 Jahren beim SV Tannheim als Spielertrainer in Baden-Württemberg begonnen, da ich ja dort herkomme und immer noch dort wohne. Dort war ich dann 3 Jahre tätig und bin mit Tannheim in die Bezirksliga aufgestiegen. Danach spielte ich 1 Jahr lang nur als Spieler in der Landesliga Baden-Württemberg beim SV Rot a.d. Rot, war im Anschluss aber wieder 3 Jahre lang Trainer beim Bezirksligisten SV Erolzheim. Anschließend habe ich als Trainer eine Pause gemacht und wieder aktiv gespielt. Weiter ging es dann als Landesligatrainer in Baden-Württemberg beim SV Ochsenhausen für knapp 2 Jahre. Anschließend war ich für 3 Jahre in der Bezirksliga beim VfB Gutenzell tätig. Dann bin ich zum ASV Fellheim in die Bayerische Bezirksliga gekommen, wo ich ca. 1 ½ Jahre als Trainer gearbeitet habe. Jetzt bin ich im dritten Jahr beim SV Egg a.d. Günz. SchwabenSoccer: Beschreiben sie sich doch mal als Trainer in drei Worten? Karl Ernle: Erfolgsorientiert, respektvoll gegenüber dem Spieler und ein hohes Maß an Akzeptanz gegenüber den Menschen, mit denen ich arbeite. SchwabenSoccer: Welche Spielphilosophie möchten sie auf dem Platz grundsätzlich umsetzen? Karl Ernle: Meine Spielphilosophie ist ein ballorientiertes Deckungssystem, welches vor allem beim Württembergischen Fußballverband in der Trainerausbildung propagiert wird. Aktuelle Beispiele sind z.B. in der Bundesliga bis hin nach Mainz mit Thomas Tuchel und beim SC Freiburg mit Robin Dutt, also alles Trainer die aus Baden-Württemberg hervorgehen. Ich favorisiere das Spiel mit Viererkette. SchwabenSoccer: Sprechen wir doch über die aktuelle Aufgabe als Trainer. Wie erwähnt kam ja vor ca. 2 Jahren die Anfrage von Egg a.d. Günz. Was war für sie die Motivation dort die Erste Mannschaft zu übernehmen? Karl Ernle: Ich war ja vorher beim ASV Fellheim tätig, wo das Engagement früher zu Ende ging, weil die Vereinsführung nicht geduldig genug war, und ich aufgehört habe bzw. aufhören musste. Am Ende der Saison kam die Anfrage von Egg a.d. Günz. Bewogen hat mich der Wechsel, weil ich die Liga nun in Bayern kannte und diese interessant und neu für mich war. Die Gelegenheit, ein Angebot in der Bayerischen Bezirksliga zu bekommen, habe ich dann wahrgenommen. Im nach hinein war es die richtige Entscheidung. SchwabenSoccer: Welche Rahmenbedingungen haben sie dort vorgefunden, sowohl von der Mannschaft her als auch von den Trainings- und Spielbedingungen? Karl Ernle: Die Mannschaft, als ich sie damals übernommen habe, war einer der „Underdogs“ in der Liga und einer der Abstiegskandidaten. Zielvorgabe war damals ganz klar, den Klassenerhalt zu schaffen, was ganz gut gelungen ist. Die Mannschaft hat sich vor allem im letzten Jahr durch Jugendspieler entwickelt, die zum Kader der Ersten Mannschaft dazugekommen sind. Die Trainingsbedingungen sind beschränkt, da der Trainingsplatz aktuell nicht in einem sehr guten Zustand ist. Wir haben jetzt aber einen neuen gebaut, der im nächsten Jahr zur Verfügung steht. Es sind für mich Verbesserungsmöglichkeiten vorhanden, aber da sind wir ja jetzt auf einem guten Weg. SchwabenSoccer: Kommen wir doch auf die aktuelle Spielzeit zu sprechen. Der SV Egg a.d. Günz ist derzeit Tabellenführer in der Bezirksliga-Süd mit 22 Punkten. Sind sie davon ausgegangen vorne mitzuspielen, oder hat sie der bisherige Saisonverlauf total überrascht? Karl Ernle: Nein, das hat mich nicht überrascht. Wenn man die letzte Saison anschaut, haben wir bereits eine sehr gute Vorrunde gespielt. Mit etwas mehr Glück hätte da schon „mehr drin sein können“, aber wir konnten in der Rückrunde die gezeigten Leistungen nicht bestätigen. Es hat noch die Konstanz gefehlt. Für mich war klar, wenn die Mannschaft zusammen bleibt, und dass war dann auch so, hat sie die Qualität in der Bezirksliga-Süd vorne mitzuspielen. Wenn wir eine konstante Leistung über die ganze Saison bringen, dann ist sicher einiges möglich. Die Zielvorgabe war zwar nicht aufzusteigen, aber für mich persönlich unter den ersten 4-5 Mannschaften mit dabei zu sein. Die aktuelle Tabelle in der Bezirksliga-Süd Schwaben:
SchwabenSoccer: Woran liegt’s, dass es so gut läuft? Karl Ernle: Die Mannschaft hat nach der schlechten Rückrunde der letzten Saison in der Vorbereitung gut mitgemacht. Wir konnten unsere spielerischen Elemente in die Waagschale werfen, da die Mannschaft spielerisch gesehen Potential hat. Sie war dann auch wieder Frei im Kopf und konnte unbeschwert aufspielen, was man ja in den ersten Spielen gesehen hat, wo man Siege eingefahren hat, und dieses einen super Saisonstart bedeutet hat. Jetzt im Moment sind wir bemüht, dies zu halten, auch wenn wir in einem kleinen Leistungstief sind, aus dem wir hoffentlich bald wieder rauskommen. Die bisherigen Spiele des SV Egg a.d. Günz in der BZL-Süd Schwaben:
SchwabenSoccer: Welcher bzw. welche Spieler sind denn ihr „verlängerter Arm“ auf dem Spielfeld? Karl Ernle: Das ist sicherlich unser Kapitän, der Daniel Wassermann, sowie Martin Mutzel. Beide sind die erfahrensten Spieler bei uns. Wir haben ja viele junge Spieler und erstere sind meine Erfahrensten sowie meine Führungsspieler. SchwabenSoccer: Gibt es denn im Kader der Ersten irgendwelche Jungspunde bzw. Spieler aus dem Jugendbereich, denen sie „eine große Zukunft prophezeien“? Karl Ernle: Letzte Saison sind drei aktuelle Jugendspieler dazugekommen, die eigentlich alle auf Anhieb den „Sprung in die Erste Mannschaft geschafft haben“. Sie sind sehr gut und haben auch die Qualität der Mannschaft deutlich verbessert. Ich möchte keinen besonders herausheben, auch wenn die Torschützen immer mehr im Fokus sind. Das ist der Manuel Schedel, der sowohl letzte Saison als auch diese Saison schon einige Tore gemacht und vorbereitet hat. Die anderen aus der Jugend sind aber genauso stark, wie z.B. der Marcus Fackler oder Torsten Schuhwerk, die jede Woche gute Leistungen zeigen. Diese sind ist für mich als Trainer genauso wichtig, wie derjenige, der vorne die Tore macht. SchwabenSoccer: Blicken wir doch einmal auf die kommenden sportlichen Aufgaben. Im Monat Oktober stehen noch die Partien beim SV Mering, zu Hause gegen den SVO Germaringen, in Sonthofen bei der Zweiten Mannschaft und dann abschließend zu Hause gegen den FC Heimertingen an. Was ist das Minimalziel an Punkten für sie? Karl Ernle: Das ist schwer zu sagen. Ziel für mich als Trainer ist es natürlich, jedes Spiel zu gewinnen. In Mering, was sicherlich die schwierigste Aufgabe sein wird, ist das Ziel, „nicht mit leeren Händen zurückzukommen“, also 1 Punkt. Die Heimspiele wollen wir gewinnen, so dass wir hoffen, nach diesen Spielen vorne dran zu bleiben. SchwabenSoccer: Welche Mannschaften – neben ihrer natürlich – werden in dieser Saison um den Titel bzw. Aufstieg spielen? Karl Ernle: Das wird sicherlich der SV Mering sein. Ich denke, dass der TSV Ottobeuren eine gute Mannschaft hat, was man letztes Wochenende gesehen hat. Auch der ASV Fellheim, welche mit einem Spiel weniger noch hinter uns sind, werden sicherlich rankommen. Das sind so die Mannschaften, die vorne dabei sein werden. SchwabenSoccer: Vielen Dank Herr Ernle für das Interview und wir wünschen ihnen und dem SV Egg a.d. Günz eine erfolgreiche Saison in der Bezirksliga-Süd.
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