Interview mit Dr. Felix Brych zum Start des Stützpunkttrainings in Bayern | ||||
| 09.09.2011 | ||||
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Dr. Felix Brych, Zusatztraining einmal in der Woche, was soll das den Nachwuchsfußballern und -fußballerinnen bringen? Dr. Felix Brych: Eine ganze Menge! Wir alle wollen in Deutschland Spitzenfußball sehen. Nicht nur heute sondern auch morgen. Dafür braucht man Spitzenfußballer und Spitzenfußballerinnen und die wachsen nicht auf den Bäumen, sondern haben in der Regel alle einen ähnlichen Werdegang: Sie fangen bei einem kleinen Verein an, egal ob in einer Metropole wie München, in der Oberpfalz nahe der tschechischen Grenze oder im Allgäu, begeistern sich für Fußball und bringen das Talent mit, irgendwann höherklassig spielen zu können. Überall sind diese Rohdiamanten versteckt und wir sehen uns in der Pflicht, diese Talente nicht nur zu finden sondern vor allem auch zu begleiten und bestmöglich zu fördern. Das Stützpunkttraining ist der Einstieg in die professionelle Förderung und deswegen elementarer Bestandteil. Wieso dann nur einmal professionelles Training in der Woche? Dr. Felix Brych: Professionelles Training in den Stützpunkten heißt nicht, dass die Kinder nicht auch in ihren Heimatvereinen gut gefördert werden. Auch da wird tolle und meist ehrenamtliche Arbeit geleistet. Unser Anspruch ist allerdings, am Ende die besten zu finden. Dies geht nur über den Breitensport zum Spitzensport und nur mit hohen Ansprüchen an unser Talentsystem. Das wiederum setzt feste und prüfbare Maßstäbe auch bei den Trainern und Trainerinnen voraus. Die Stützpunkttrainer und –trainerinnen erfüllen diese Maßstäbe, sind alle vom DFB lizenziert und sind hervorragend geeignet, die jungen Talente mit Fingerspitzengefühl zu fördern. Fingerspitzengefühl, weil wir wie gesagt über den Einstieg in die professionelle Talentförderung sprechen. Auf der einen Seite muss man den Talenten Raum geben, sich entwickeln zu können, auf der anderen Seite auch schauen, ob sie den hohen und vielfältigen Ansprüchen des hochklassigen Fußballs genügen ohne dabei das Augenmaß für den Stellenwert des sozialen Umfeldes bei Kindern zu verlieren. Wir sprechen hier schließlich über Elf-, Zwölf-, Dreizehnjährige. Fußball ist toll, die Aussicht, den Sprung auf die große Bühne zu schaffen, sicherlich verlockend – aber bitte nicht um jeden Preis!Wenn das Stützpunkttraining der Einstieg ist, was kommt denn danach? Dr. Felix Brych: Ganz grob umrissen läuft es so: Beim bayernweiten Talentsichtungstag werden am dritten Sonntag im Juli alle interessierten Spieler und Spielerinnen des U11- Jahrgangs gesichtet. In diesem Sommer war es beispielsweise der Jahrgang 2000, der jetzt als jüngster Jahrgang ins Stützpunkttraining einsteigt. Dort werden die Talente bis zu fünf Jahre trainiert und gefördert und dort können sie sich auch für die entsprechenden Regionalund Bayernauswahlen und die nächsthöhere Stufe anbieten. Die besten schaffen also irgendwann den Sprung in ein BFV-Nachwuchsleistungszentrum oder sogar in ein Nachwuchsleistungszentrum eines Lizenzvereins und sammeln über die Bayernauswahlen in nationalen und internationalen Vergleichen wertvolle Erfahrung. Ob es dann für ganz oben reicht, vermag niemand verlässlich zu sagen. Da gibt es zu viele Faktoren. Die Voraussetzungen sind allerdings durch unsere gezielte Förderung über Jahre vorhanden. |
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