Interview mit Alexander Böhm, Spielertrainer beim ASV Hiltenfingen | ||||
| 22.10.2009 | ||||
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SchwabenSoccer: Herr Böhm, der ASV Hiltenfingen ist derzeit Tabellenzweiter in der Kreisliga Augsburg, 4 Punkte hinter dem Tabellenführer VfL Kaufering. Sind sie davon ausgegangen vorne mitzuspielen, oder hat sie der bisherige Saisonverlauf total überrascht? Alexander Böhm: Total überrascht hat es mich nicht. Ziel war es schon, vorne mitzuspielen. Wenn man sich die letzten drei Jahre anschaut, seit dem wir in der Kreisliga spielen, sind wir am Ende Sechster, Dritter und Vierter geworden. Da es auch keine großen personellen Veränderungen gegeben hat, bin ich schon davon ausgegangen, dass wir vorne mitspielen. Das es jetzt natürlich der zweite Platz ist, ist natürlich umso erfreulicher. SchwabenSoccer: Wo sehen sie denn die wesentlichen Gründe dafür, dass ihr Team vorne mitspielt? Alexander Böhm: Zum einen sind wir eine sehr eingespielte Mannschaft und haben uns auch punktuell verstärken können. Jeder weiß, was er vom anderen zu erwarten hat und die Teamleistung stimmt einfach. Das sind die Hauptgründe. SchwabenSoccer: Kann man denn aktuell bestimmte Spieler wegen ihrer Leistungen hervorheben? Alexander Böhm: Eigentlich ist es immer eine geschlossene Teamleistung. Extra Leute hervorzuheben ist immer sehr schwer. Es ist natürlich aber schon so, dass der Iglesias Max, der letzten Winter zu uns gekommen ist, eine sehr gute Rolle in der Abwehr spielt und dort einen wichtigen Faktor darstellt. Wer uns natürlich im Sturm ganz stark verbessert hat ist Thorsten Foster, den wir vom FC Königsbrunn bekommen haben. Das hat natürlich die Durchschlagskraft deutlich erhöht. SchwabenSoccer: Man kann sagen, dass beide Spieler die Mannschaft nach „vorne“ gebracht haben? Alexander Böhm: Ja, natürlich. Sowohl von der Person her als auch dem Charakter passen beide 100%-ig dazu. Das macht uns dann insgesamt in der Breite besser. SchwabenSoccer: Gehen wir zu ihrer Person. Als Spielertrainer hat man ja auf dem Platz eine besondere Rolle auszufüllen. Auch wenn viele Vereine „bedenken“ haben einen Torwart als Spielertrainer zu engagieren, scheint dieser Umstand sie nicht davon abzuhalten erfolgreich zu arbeiten. Wie beeinflussen sie denn als Torwart und Trainer das Geschehen auf dem Platz? Alexander Böhm: Erstens mal sehe ich das so, dass der Torwart den großen Vorteil hat, dass er nicht immer im unmittelbaren Spielgeschehen dabei ist und das Spiel von hinten sehr gut beobachten kann. Also im Gegensatz zu einem Feldspieler, der im Mittelfeld agieren muss und wesentlich mehr ins Spielgeschehen eingebunden ist und sich um sich selbst kümmern muss. Der Torwart hat daher eher sogar einen Vorteil. Ansonsten ist es für mich so, dass ich großen Wert auf eine Achse lege. Das läuft über meinen zentralen Abwehrspieler, Mittelfeldspieler bis hin in die Spitze hinein. Und das sind dann die Leute, über die es dann geht. Das sind dann Anweisungen, die dann ganz nach vorne müssen, so dass wir bei jeder Spielunterbrechung im Kontakt stehen und uns entsprechend austauschen. Und abgesehen ist es davon so, dass ohne jemand an der Linie, der die Dinge sieht und unterstützt, es sowieso nicht funktionieren würde. SchwabenSoccer: Wie würden sie denn ihr Verhältnis zur Mannschaft beschreiben? Ist es mehr kameradschaftlich oder treten die Spieler ihnen gegenüber doch mit einem gewissen Respekt auf? Alexander Böhm: Ich denke, dass dieser Respekt unheimlich wichtig ist. Es ist natürlich immer ein schmaler Grat. Einerseits muss man die Nähe zu den Spielern haben, da man ja selber auch Spieler ist. Andererseits ist es auch wichtig, dass die Spieler wissen, dass die Mannschaft mich nicht nur als Spieler sieht, sondern auch als Trainer. Anders gesagt, muss eine Nähe zur Mannschaft da sein, wobei eine gewisse Autorität einfach vorhanden sein muss, sonst würde die ganze Sache nicht funktionieren. SchwabenSoccer: Blicken wir doch einmal auf die kommenden sportlichen Aufgaben. Ohne auf die einzelnen Mannschaften einzugehen, was rechnen sie sich in den kommenden Spielen aus? Wäre ein Überwintern auf dem Relegationsplatz für sie ideal? Alexander Böhm: Wir haben uns eine sehr gute Ausgangsposition erarbeitet. Und nachdem wir ja von den letzten 8 Spielen 22 Punkte von möglichen 24 Punkten geholt haben, glaube ich, dass wir eine gesunde Euphorie haben und entsprechend selbstbewusst zu Werke gehen können. Ich erhoffe mir natürlich schon bis zur Winterpause, den aktuellen Tabellenplatz inne zu haben und mit diesem zu überwintern. SchwabenSoccer:Könnte man aus ihrer Sicht die Mannschaft noch verstärken? Gibt es da evtl. jetzt schon Kontakte zu potentiellen Neuzugängen? Alexander Böhm: Ja, natürlich könnte man die Mannschaft noch verstärken, zumal ich noch 1-2 Langzeitverletzte habe. Wir haben vielleicht den oder anderen schon im Auge, wobei es so ist, dass sich so etwas ergeben muss. Wir werden also nicht auf Teufel komm raus versuchen, etwas zu verändern. SchwabenSoccer: Gibt es da bestimmte Mannschaftsteile, wo sie denken, dass man diese verstärken könnte? Alexander Böhm: Ja, es ist sicherlich so, dass mir im Abwehrbereich ein zusätzlicher Mann gut täte. Weniger um eine echte Alternative zu haben im Sinne von Leistungsschwankungen, sondern einfach im Falle von Verletzungen jemanden zu haben. Gleiches gilt auch für das zentrale defensive Mittelfeld. SchwabenSoccer: Wagen wir doch einen Zukunftsausblick. Könnten sie sich denn auch vorstellen, im Falle eines Aufstiegs in die Bezirksliga weiter als Spielertrainer zu arbeiten? Alexander Böhm: Letztes Jahr hatte ich eigentlich angesagt, wenn wir nicht aufsteigen, dass es meine letzte aktive Saison sein wird, weil ich dann schon ein ganz gutes Alter erreicht habe. Ich möchte aufhören zu einem Zeitpunkt, wo die meisten eigentlich sagen, schade, dass er aufhört zu spielen. Aber wenn wir aufsteigen, würde ich eine Saison hinten dranhängen. Es ist tatsächlich so, dass es ein umheimlicher Erfolg wäre aufzusteigen. Wobei ich glaube, dass der Erfolg fast größer wäre, wenn man sich in der Bezirksliga halten könnte. SchwabenSoccer: Gibt es da schon Verhandlungen mit der Abteilungsleitung bzgl. einer Vertragsverlängerung oder wird das am Ende von der Saison ganz spontan entschieden? Alexander Böhm: Nein, wir werden uns diesbezüglich im Bereich der Winterpause bzw. in der Vorbereitung auf die Rückrunde zusammen setzen, also so wie wir es in den letzten Jahren auch gemacht haben. Dann werden wir das ganze auch durchsprechen und mit Sicherheit zu einer Einigung kommen. SchwabenSoccer: Vielen Dank Herr Böhm für das Interview und wir wünschen ihnen und dem ASV Hiltenfingen eine erfolgreiche Saison in der Kreisliga Augsburg.
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