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FC Memmingen freut sich auf ein Fußball-Fest gegen den SSV Ulm

03.09.2010


Ulm kommt: Am Freitag soll in Memmingen die große Sause steigen

Memmingen (ass).
Der Regionalligist FC Memmingen freut sich auf ein Fußball-Fest, wenn am Freitagabend um 19.30 Uhr zum ersten Mal der SSV Ulm 1846 zu einem Punktspiel in der Arena aufläuft. Memmingen und Ulm sind zwar schon oft gegeneinander angetreten, aber nie ging es um was, denn es waren nur Vorbereitungsspiele. Die Regionalliga macht’s möglich, dass es in diesem bayerisch-württembergischen Derby nun auch einmal um Zählbares geht.
Und das elektrisiert die Massen. Nach dem FCM-Auswärtspunkt in Wiesbaden (2:2) ist die Kartennachfrage beim Aufsteiger ungebrochen. Über 2.000 Karten gingen bis Mittwochabend schon im Vorverkauf weg; die Sitzplätze auf der Tribüne sind restlos ausverkauft. Aus Ulm werden mindestens 500 bis 600 Fans erwartet, dazu zahlreiche neugierige Zuschauer aus dem Raum, der zwischen beiden Städten liegt.
„Nachdem wohl auch zum ersten Mal bei einem Heimspiel in dieser Saison das Wetter mitspielt, könnte es richtig voll werden“, setzt der FCM-Vorsitzende Armin Buchmann auf eine gut gefüllte Arena. 5.100 Zuschauer passen rein. Die Abendkasse wird auf jeden Fall geöffnet sein.

Sportlich können sich die FC Memmingen und der SSV Ulm durchaus auf Augenhöhe begegnen. Beim Vorbereitungsturnier in Illertissen verlor der FCM im Sommer mit einer „B-Elf“ das Endspiel nur knapp mit 0:1 gegen die „Spatzen“, die heuer deutlich kleinere Brötchen backen. Nach dem Intermezzo Bundesliga-Aufstieg 1999 wurde der Fahrstuhlknopf nach unten gedrückt. Nachdem auch die vergangene Saison sehr durchwachsen war, wird nun gespart und aus finanziellen Gründen verstärkt auf den eigenen Nachwuchs gesetzt. Bei den Neuzugängen finden sich aber noch etliche Namen, die schon höherklassig gespielt haben.

Nach völlig verkorkstem Saisonauftakt mit drei Niederlagen hat der SSV beim FSV Frankfurt (3:1) und am vergangenen Dienstag gegen Wormatia Worms (2:1) die beiden ersten Siege eingefahren. FCM-Trainer Esad Kahric hat die Ulmer schon gesehen und hofft, dass es seine Jungs vielleicht einmal weniger spannend als zuletzt machen: „Auf Dauer wird die Kraft fehlen, wenn wir immer erst Rückstände umbiegen müssen“. Wobei auch in Wiesbaden die Fitness gestimmt hat. Die Memminger konnten wiederum zulegen und waren am Ende den Gastgebern läuferisch überlegen. Große Veränderungen in der Startelf wird Kahric vermutlich nicht vornehmen, wenngleich er sich wünscht, dass Angreifer Andreas Hindelang „mehr aus seinen guten Chancen macht“. Information: Die Abendkassen und die Arena öffnen am Freitag um 18 Uhr. Karten für den Gästeblock (ca. 1.000) gibt es ausschließlich an den Abendkassen. Hier werden allein drei Kassen geöffnet, um den Andrang zu bewältigen.

Splitter zum Regionalliga-Spiel FC Memmingen gegen den SSV Ulm

Die Städte Memmingen und Ulm liegen so nahe beieinander, aber noch nie haben beide Vereine im Wettkampf gegeneinander gespielt. In der Regionalliga geht es in diesem bayerisch-württembergischen Derby erstmals um Punkte. Der 3. September - fast schon ein historisches Fußballdatum.

Den FC Memmingen und den SSV Ulm 1846 trennten vor nicht allzu langer Zeit noch Fußball-Welten. Hier der Bayernliga-Dino, der 36 Jahre lang in der obersten Amateurklasse kickte - da die Ulmer Spatzen -, die es 1999 sogar bis in die 1. Bundesliga schafften. Da die schmucke Memminger Arena mit rund 5.000 Plätzen, da das Ulmer Donaustadion in das fast 20.000 Zuschauer passen. Sportlich sind in der Regionalliga beide Mannschaften aber fast auf Augenhöhe, nur ein Punkt trennt sie in der noch jungen Tabelle. Und als es im Sommer aus Ulm schallte, dass aus finanziellen Gründen künftig verstärkt auf den eigenen Nachwuchs gesetzt werden soll, kam den Memminger Verantwortlichen das Konzept bekannt vor. Darauf setzen sie seit Jahren. Vielleicht hat der große Nachbar doch mal was vom Underdog abgeschaut.

Die Stimmung in der Memminger Arena wird derzeit heiß diskutiert. Manch einer würde sich Trubel wie in der Bundesliga wünschen, das Allgäuer Publikum gilt aber allgemein als zurückhaltend. Der FCM-Vorsitzende ist mit der Stimmungslage momentan durchaus zufrieden. "So eine Anfeuerung, wie bisher war noch nie da", sagt der Clubchef, der  auch gar nicht unbedingt "Krakelerse"  im Stadion haben will. "Viele kommen wegen der familiären Atmosphäre zu uns. Ich habe noch nie so viele Familien und Frauen bei uns gesehen, wie derzeit", baut Buchmann auch in Zukunft auf dieses Publikum, das friedlich Fußball gucken will. Künstliche Atmosphäre mit Einpeitschern oder verpflichteten Schreihälsen will er nicht, "Fankultur muss sich entwickeln und von selbst wachsen". Unterstützung von Vereinsseite sagt er aber schon mal zu. Immerhin haben sich ein paar Jungs zu den "Adlern" zusammen getan und einige "Old Boys" haben sich auch formiert.

Der Andrang am Freitagabend wird groß sein. Gut 2.500 Karten sind nach Vereinsangaben im Vorverkauf weggegangen. Um 18 Uhr öffnen insgesamt acht Stadionkassen, allein drei für Gästefans, die nur hier ihre Karten kaufen können. Anpfiff ist um 19.30 Uhr.

Das voraussichtliche Aufgebot des FC Memmingen gegen Ulm:
Tobias Kirchenmaier – Daniel Böck, Matthias Bader, Johannes Rehm, Harald Holzapfel – Andreas Maier (67. Heikenwälder), Ejnar Kahric, Stefan Zobel, Maximilian Knuth – Andreas Hindelang, Candy Decker.
Auswechselbank: Bernhard Jörg, Christoph Mangler, Tobias Heikenwälder, Andreas Rucht, Korbinian Beck, Ferhat Keles, Philipp Beigl (Tor).

Schiedsrichter: Robert Kempter (Sauldorf); Assistenten: Thorsten Schiffner, Justus Zorn.

SSV Ulm 1846

Gegründet: 1. Januar 1846 - Ausgliederung der Fußballer 2009 in den SSV Ulm 1846 Fußball e.V.

Vereinsfarben: schwarz-weiß

Größte Erfolge des SSV Ulm 1846: Aufstieg 1. Bundesliga 1999; Aufstieg 2. Bundesliga 1979, 1982, 1985, 1998; Deutscher Amateurmeister 1996; Meister Regionalliga Süd 1998; Meister Oberliga Baden-Württemberg 1979, 1981, 1982, 1985, 1992, 1993; WFV-Pokalsieger 1957, 1982, 1983, 1992, 1994, 1995, 1997.

Trainer: Ralf Becker

Neuzugänge: Daniel Hägele (VfR Aalen), Max Knorn (Karlsruher SC), Johannes Ludmann (Stuttgarter Kickers), Spetim Muzliukaj (SC Pfullendorf), Caner Schmitt (SpVgg Kaufbeuren), Timo Trefzger (1.FC Kaiserslautern), David Braig, Jannik Froschauer, Felix Hörger, Marco Joos, Jannik Keller, Maximilian Miorin, Johannes Reichert (alle eigene Jugend), Alen Arnautovic (VfB Pößneck).

Abgänge: Ufuk Budak (Ziel unbekannt), Heiko Gerber (Karriereende), Florian Hornig (SC Hauenstein), Andreas Knoll (FV Ravensburg), Patrick Leschinski (Ziel unbekannt), Andreas Mayer (KSV Hessen Kassel), Manuel Müller (BC Aichach), Henry Onwuzuruike (Ziel unbekannt), Mario Schmidt (TSV Aindling), Bence Varga (VfB Stuttgart II).  

    
 
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