| 
Memmingen (ass). In der zweiten Saison in der Fußball-Regionalliga scheint beim FC Memmingen vieles schon Alltag und Gewohnheit geworden zu sein, was vor allem das Umfeld betrifft. Die Mannschaft wird durchaus kritischer beäugt, vielleicht wird auch schneller gemurrt, wenn es nicht so läuft. Dass die vierhöchste DFB-Spielklasse für einen Verein wie den FCM immer noch keine Selbstverständlichkeit ist, unterstrich zuletzt das Gastspiel bei der SG Sonnenhof Großaspach. Vielleicht (noch) kein so großer Name, aber doch eine ganze andere Hausnummer. Mitten in der Waldidylle wurde eine 11-Millionen-Euro Arena von Privat-Investoren aus dem Boden gestampft und auch das Drumherum machte was her.
Jetzt kommt am Freitagabend mit dem KSV Hessen Kassel (19.30 Uhr) wieder eine Mannschaft, die nicht nur ein Bundesliga-taugliches Stadion verfügt, sondern auch einen großen Namen hat. Und der FCM-Vorsitzende Armin Buchmann wird nicht müde zu betonen, in welchem großen Konzert der FCM mitspielt: „Die SpVgg Greuther Fürth ist momentan der einzige bayerische Verein, der vor Memmingen in der Regionalliga-Tabelle steht.“ Gut, der FCM ist augenblicklich nur Vierzehnter, die Kurve zeigte zuletzt aber deutlich nach oben Der 2:0 Heimsieg gegen Worms und das 1:1 Unentschieden beim souveränen Spitzenreiter Großaspach sollten weiteren sportlichen Auftrieb geben. Trotz Stotterstart ist Buchmann mit den bisherigen Zuschauerzahlen durchaus zufrieden, zumal einige Zahltage wie gegen Bayern München II erst noch anstehen Hinter den Großstadtclubs Mannheim, Kassel und den Stuttgarter Kickers liegt der FCM mit 1.404 Fans im Schnitt auf Rang vier in der Publikumsgunst. Am Freitagabend werden die äußeren Verhältnisse passen und die Kahric-Truppe hat gute Eigenwerbung betrieben. 2.000 Fans hält Buchmann deshalb für möglich, zumal sich viele noch das Heimspiel gegen Kassel vor einem Jahr erinnern können. Das grandiose 4:2 gegen den damals noch ungeschlagenen Spitzenreiter sorgte noch lange für Gesprächsstoff.
Diesmal kommt Kassel zwar nicht als Tabellenführer, aber dennoch als Favorit, der unbedingt die beiden letzten Niederlagen gegen Hoffenheim II und in Worms wettmachen will. Wie ernst die Begegnung im Allgäu genommen wird, zeigt auch die Anreise der „Hessen-Löwen“ bereits am gestrigen Donnerstag. Trotz der Freitagstermins will sich auch eine Fanschar aus Kassel auf die weite Reise machen.
Bis auf Stefan Heger kann FCM-Trainer Esad Kahric voraussichtlich auf den Kader der vergangenen Spiele zurückgreifen. Gegenüber der Startelf in Aspach wird vermutlich mindestens eine Änderung geben, da Ejnar Kahric (fehlte beruflich) wieder zur Verfügung steht.

|