'Wendelsteiner Anstoß' zeigt Wirkung | ||||
| 20.10.2010 | ||||
|
Die Initiative der bayerischen Amateurspitzenvereine und des BFV zeigt Wirkung: Die DFL mit ihrem Vorsitzenden Reinhard Rauball hat in der Diskussion um die Regionalliga- Reform erste Schritte auf die Amateure zu gemacht und einen Kompromiss angeboten. "Seit Jahren versuchen wir immer wieder klar zu machen, dass der Amateurfußball bei solchen Themen mit am Tisch sitzen muss, dass die Interessen aber nur wahrgenommen werden, wenn sie gebündelt vorgetragen werden. Die Bayernligisten haben mit der Unterzeichnung des Wendelsteiner Anstoßes ein zukunftweisendes Signal gesetzt", erklärte BFV-Präsident Dr. Rainer Koch. Die Regionalliga-Reform befindet sich daher auf einem guten Weg. Nach der DFBPräsidiumssitzung vom letzten Freitag wollen das Präsidium und der Vorstand des DFB die verbleibende Zeit bis zum Bundestag am 21./22. Oktober 2010 in Essen nutzen, um gemeinsam an einem Konsensmodell zu arbeiten. Zwei mögliche Varianten stehen zur Debatte. Die erste Option sieht vor, dass auf dem Bundestag eine Satzungsänderung herbeigeführt wird, auf deren Grundlage die Zuständigkeit für die Spielklasse ab der Saison 2012/2013 vom DFB an die Regional- und Landesverbände zurückfällt. Mit einer solchen Regelung würde einhergehen, dass die Auflagen der bisherigen Bundesspielklasse für die teilnehmenden Vereine nicht mehr maßgeblich wären. Die Qualifikation für dieses Modell würde in der Saison 2011/2012 ausgetragen. Der Ligaverband hat für den Fall einer Realisierung grundsätzliche Bereitschaft signalisiert, eine Erweiterung von derzeit drei auf dann fünf Staffeln mitzutragen. Alternativ zu dieser Variante gibt es die Option, dass auf dem Bundestag eine Resolution verfasst wird, die den konkreten Arbeitsauftrag für eine grundsätzliche Strukturänderung enthält. Eine Satzungsänderung zur Spielklassenstruktur würde dann auf einem Außerordentlichen Bundestag im Frühjahr 2011 gefasst.Modell mit fünf Spielklassen wäre für BFV auch denkbar "Ein Modell mit fünf Spielklassen wäre für mich auch denkbar. Wir müssen als BFV nicht zwanghaft an unserem Antrag mit acht Spielklassen festhalten. Wichtig ist nur, dass der süddeutsche Bereich (Bayern, Baden-Württemberg, Hessen), dem gut 2/5 aller Vereine angehören, auch zwei Spielklassen erhält und eine Liga im Kern der aktuellen Bayernliga entsprechen würde. Wir sind natürlich bereit unseren Antrag, der im Moment immer noch zur Abstimmung ansteht, im Falle eines Konsenses der Liga mit den Amateurverbänden dahingehend zu modifizieren", so Dr.Koch.Mit einem Zehn-Thesen-Papier, dem "Wendelsteiner Anstoß" hatten die Spitzenvereine des bayerischen Amateurfußballs und die Führung des BFV den bayerischen Antrag zur Regionalliga-Reform geschlossen und nachhaltig bekräftigt und darin eine offene und ehrliche Diskussion zur Lage des Amateurspitzenfußballs und der Eliteförderung in den Nachwuchsabteilungen der Profiklubs gefordert. ![]() Info: Der Süddeutsche Fußball-Verband weist insgesamt mit seinen fünf (von 21) Landesverbänden Baden, Südbaden, Württemberg, Hessen und Bayern knapp 40% aller Mannschaften im DFB auf, 70.411 von insgesamt 177.039, das entspricht 39,77 %. Auch bei den Senioren-Mannschaften allein sieht es nicht viel anders aus: Der Süden hat rund 22.000 Mannschaften, der Westen 13.000, der Norden 10.000 und der Nordosten 10.000. Bleibt der Südwesten mit 7000 Seniorenteams. Bei einem Vergleich der Mannschaftszahlen käme man daher auf deutschlandweit sechs regionale Ligen. Der Amateurvorschlag will vor allem die Entfernungen deutlich verkürzen, denn - so die BFV-Auffassung und so auch die Statements vieler anderer aus dem Profifußball, wie dem Amateurlager - unter der 3. Liga hört der professionelle Fußball auf und fängt der Amateurfußball an, das heißt: die Ligen müssen so organisiert werden, dass Fußball neben beruflicher Erwerbstätigkeit für Aktive und Vereinsführungen möglich und wirtschaftlich machbar ist. |
||||
|
||||


